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Bei der Restauration von Gemälden an der Empore in der Autobahnkirche Brumby wurden im Juli 2011 Holzschnitte aus der Renaissancezeit entdeckt.
Staßfurt l Die einst leuchtenden Gemälde an der Empore waren voller Risse und Beulen, Firnis färbte die rund 350 Jahre alten Bilder mit biblischen Szenen braun. Als die Magdeburger Restauratorin Helma Konstanze Groll im Juli 2011 die Leinwände ablöste, erschrak sie. Darunter kamen wunderschöne grafische Linien zum Vorschein: Fragmente bedruckten und kolorierten Papiers - Holzschnitte aus dem 16. Jahrhundert, wie sich herausstellen sollte. Doch das Papier klebte teils an der Leinwand. Groll informierte deshalb das Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege über ihren bedeutsamen Fund.
Wie sich herausstellte, verbergen sich hinter acht Gemälden an der Empore christliche vielfigurige Darstellungen und Texte, viele kaum noch erkennbar. "Am besten erhalten ist das Bild mit den törichten Jungfrauen. Es zeigt, was der Holzschnitt zu dieser Zeit leisten konnte", erklärt Birthe Rüdiger vom Landesamt. Sie ging auf Spurensuche und wurde fündig: Der Holzschnitt wurde von Hans Adam aus Nürnberg gedruckt, der dort nachweislich ab 1535 30 Jahre lang seine Werkstatt hatte. Damit sind die Drucke deutlich älter als die 1663 errichtete Empore und die aktuell restaurierten Gemälde. Warum wurden die Holzschnitte überdeckt? "Damals war das frei verkäufliche Massenware, es gab tausende Kopien", so Rüdiger. Sie geht von einer Zweitverwendung aus. Bereits 1937/38 wurden die Gemälde bei einer Restaurierung abgelöst, auf die Holzschnitte geklebt und mit Firnis bestrichen - das setzte den Holzschnitten weiter zu.
Obwohl Brumby im Dreißigjährigen Krieg einige Jahre wüst lag, kamen die Bürger bald wieder zu Wohlstand und statteten die Kirche aus Dank, dass sie überlebt hatten, prächtig mit kirchlichen Lehrbildern aus, berichtet Pfarrer Gottfried Eggebrecht. "Die Autobahnkirche ist 800 Jahre alt und birgt viele Schätze und Geheimnisse", sagt er. Die Gemeinde entschied sich nach Rücksprache mit Experten dagegen, die Holzschnitte an der Empore sichtbar zu lassen. Denn an diese Plätze gehörten die Gemälde, und die Kirche sei kein Museum. Gemeinsam mit dem Landesamt denkt man deshalb nun über eine Fotoausstellung nach. Wer die Holzschnitte selbst sehen möchte, sollte noch in dieser Woche in der Autobahnkirche Brumby, A14-Abfahrt Calbe, vorbeifahren. Am Montag verschwinden die Bilder nämlich wieder hinter den restaurierten Gemälden - dieses Mal jedoch gut geschützt für künftige Generationen.
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