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Auf dem Elberadweg treffen sich Fahrrad-Enthusiasten aus halb Europa. Die Volksstimme geht in einer kleinen Serie entlang der Elbe auf Begegnungstour. Heute beginnen wir in Aken südlich der Saalemündung.
Aken l "Wissen Sie, was die Fähre kostet?", fragt der Mann neben mir auf englisch. "One, two Euro?" Er nickt. Anfang 40 ist er. Sein Auto hat ein dänisches Kennzeichen und zwei Fahrräder auf dem Heck. Das geht ja gut los. Noch gar nicht richtig drauf auf dem Elberadweg, da trifft man schon den ersten Ausländer. Andersen Christiansen heißt er, aus Viborg kommt er. Mit Ehefrau Ule will er von Aken aus eine Woche lang nach Dresden radeln, weil "die Elblandschaft so schön ist", erzählt er.
Unten am Fluss legt die Fähre an. Jetzt geht es los. Mein weißes Mountainbike lehnt an der Reling. Einen Euro kassiert Fährmann Klaus Schmidt für die Überfahrt. Setzen hier viele Ausländer mit Fahrrädern über? "So zehn bis fünfzehn Prozent der Fahrradtouristen sind Ausländer. Ich hatte hier schon Österreicher, Schweizer, Russen und natürlich viele Holländer", erzählt er.
Und wie viele kommen so am Tag? Schmidt greift unter der Kasse nach einem Heftchen, in dem die Anzahl der Fahrgäste mit Fahrrad notiert ist. Er zählt. "Gestern waren es 120. Das ist wenig. Normal sind wochentags so um 150." Sogar über 400 kommen zuweilen täglich, wenn größere Gruppen unterwegs sind. Der Fährmann ist ein bisschen traurig, weil seine Stadt Aken den Touristen so wenig bietet, sagt er. "Frühstück? Na, vielleicht beim Bäcker. Und auf dem Marktplatz gibt es auch kaum etwas zu sehen." Schmidt nennt eine Broschüre. Da sind die anderen Fähren drin, nur seine nicht. Das sei wegen eines Verbandes, aus dem die Stadt ausgetreten ist. Das haben sie nun davon.
Tschüss Elbe, jetzt geht es erst einmal in den Wald. Rein in die Pedale, es fährt sich herrlich. Kaum Autos auf der Straße, die Sonne blinzelt durch das lichte Buchengeäst. Nach ein paar Kilometern das erste Hinweisschild mit dem markanten blauen E-Symbol. Es steht für "Elberadweg". Richtung Steckby geht es jetzt über einen betonierten Feldweg. Ein kräftiges Lüftchen von vorn erinnert in diesem freien Gelände sogleich daran, dass eine Fahrradtour Sportsgeist erfordert. Beim Verschnaufen wird man klüger. Die Sperbergrasmücke - eine Vogelart - ist hier viel unterwegs, heißt es auf einem Hinweisschild vom Biosphärenreservat Mittlere Elbe. Ein Bild vom Piepmatz gibt es auch.
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