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Heute vor zehn Jahren erreichte Mitteldeutschland eine gigantische Regenfront. Es schüttete an drei Tagen so viel wie sonst in drei Monaten. Eine verheerendes Hochwasser ereilte Städte und Dörfer an Elbe und Mulde. Mit einer Serie erinnert die Volksstimme an die Geschehnisse von damals.
Magdeburg l Vom 11. bis zum 13. August 2002 regnete es in Mitteldeutschland fast ohne Pause. Es kam so viel Wasser vom Himmel, wie es die Meteorologen bis dahin nicht gemessen hatten. Im sächsischen Erzgebirge regnete es in 24 Stunden so viel wie sonst in drei Sommermonaten. Die Fachleute vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz in Magdeburg schreiben in ihrem Flutbericht von "Tagesniederschlags- summen, die in der Nähe des hier physikalisch überhaupt Möglichen" lagen.
Am 13. August erreichte die Flut Sachsen-Anhalt. Die Deiche waren dem nicht gewachsen. 17 brachen. Ganze Stadtviertel in Wittenberg und Dessau gingen unter. Im Norden war das Jerichower Land am stärksten betroffen. In Dörfern wie Gübs und Klein Gübs standen Häuser unter Wasser. Insgesamt 60000 Sachsen-Anhalter mussten zeitweise ihre Wohnungen verlassen. 40000 Hektar wurden überflutet - das ist eine Fläche so groß wie Magdeburg und Stendal zusammen.
"Uns hatte die Flut kalt erwischt", sagte rückblickend Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) gestern während einer Deichschau am Aland im Landkreis Stendal. Hier soll bis 2017 eine Überleitung gebaut werden, um künftig Flutwasser in die nahe gelegene Seege-Niederung umzuleiten.
In den vergangenen zehn Jahren wurden 460 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert. Vorhaben für 600 Millionen Euro stehen noch auf dem Plan. Bis 2020 sollen alle Deiche auf neuesten Stand gebracht werden. Heute ist etwa die Hälfte der insgesamt mehr als 1300 Kilometer langen Schutzwälle fertig. Erst die Hälfte: Würden bei einer neuerlichen Flut wieder Tausende absaufen? Aeikens sagte: "Nein - die größten Gefahrenbereiche wurden zuerst angepackt und sind beseitigt."
Die Volksstimme wird ab heute in einer sechsteiligen Serie an die dramatischen Tage in Sachsen-Anhalt und Sachsen erinnern. Im ersten Teil lassen wir Bilder sprechen.
Seiten 3 und 4
Internet: www.volksstimme.de/jahrhundertflut
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