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Die Landesregierung hat eine Informationskampagne zur Absicherung gegen Elementarschäden wie Überschwemmung oder Erdrutsch gestartet. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) appelliert an die Sachsen-Anhalter, Vorsorge zu treffen.
Magdeburg l Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft haben in Sachsen-Anhalt 61 Prozent der Hausbesitzer keinen ausreichenden Versicherungsschutz bei Schäden, die von Naturkatastrophen wie Überschwemmung und Hochwasser verursacht werden. Ministerpräsident Haseloff rief gestern eindringlich dazu auf, sich ausreichend gegen Elementarschäden zu versichern. Zugleich machte er deutlich, dass das Land künftig nicht mehr bereit sei, bei Schäden einzuspringen.
"Das Land wird künftig nicht mehr ohne Weiteres helfen."
Reiner Haseloff
Nach dem verheerenden Unwetter 2011 hatte das Land noch kreditgünstige Darlehen gewährt. Aus dem Programm waren rund 1,4 Millionen Euro Darlehenssumme an 151 Antragsteller geflossen. Das könne "keine dauerhafte Lösung" sein, stellte Haseloff klar. "Der Staat ist nicht dafür da, Eigenverantwortung abzunehmen.
Das Land habe eine grundsätzliche Verantwortung für seine Bürger. "Aber das geht nur bis zu einer bestimmten Grenze", sagte Haseloff. Die Solidargemeinschaft werde weiter bei "unabweisbaren Dingen" einspringen. Bei Versäumnissen, wie etwa unzureichendem Versicherungsschutz, werde das Land im Schadenfall "nicht mehr ohne Weiteres" helfen. Finanzielle Unterstützung gebe es künftig "nur noch in begründeten Einzelfällen", sagte Haseloff.
Nach einer von der Versicherungswirtschaft in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage gehen 48 Prozent der Befragten davon aus, dass sie im Schadenfall ganz sicher Hilfe vom Staat erhalten würden. Haseloff nannte eine solche Haltung "unsolidarisch".
"Das Risiko, persönlich betroffen zu werden, wird unterschätzt."
Bernhard Gause
Nach derselben Umfrage stufen 90 Prozent der Befragten das Risiko, dass Naturgefahren ihr Zuhause bedrohen, als "gering" ein. Bernhard Gause vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft: "Das Risiko, persönlich betroffen zu werden, wird leider immer noch unterschätzt."
Die Versicherer verweisen auf eine Klimastudie, wonach in Ostdeutschland die Schäden durch sommerliche Unwetter besonders in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts steigen. Es seien zunehmend Sommergewitter mit Starkregen und Hagel zu erwarten. Bis 2040, so die Prognose der Versicherer, würden die Schäden in den Sommermonaten um mehr als 25 Prozent zunehmen, zwischen 2041 und 2070 seien es sogar 60 Prozent.
Nach Angaben der Versicherer können nahezu 99 Prozent der Häuser gegen Naturgefahren versichert werden. Die Kosten für eine Elementarschadenversicherung werden auf durchschnittlich 72 Euro pro Jahr beziffert. Seite 5
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