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Seit kurzem wird das neue Digitalradio auch im Norden von Sachsen-Anhalt mit einem starken Signal abgestrahlt. Die Volksstimme wollte wissen, wie gut der Empfang wirklich ist und kam beim Testhören zu überraschenden Ergebnissen.
Magdeburg l Streng genommen ist Digitalradio in Sachsen-Anhalt ein alter Hut. Denn schon seit über zehn Jahren werden öffentlich-rechtliche und private Stationen landesweit in einem Langzeittest auch digital terrestrisch (durch die Luft) verbreitet. Nur hat davon kaum jemand etwas mitbekommen. Die zum Empfang notwendigen Digitalradios waren früher teuer, das Signal der Testabstrahlung war mit nur einem Kilowatt (kW) Leistung pro Sendeturm in der Regel zu gering, um auch in Gebäuden empfangen werden zu können.
Doch im vergangenen Jahr ist das "Digital Audio Broadcasting" (DAB) - so sein sperriger Name - bundesweit einen großen Schritt vorangekommen. Nach Jahren Gezerre um die Finanzierung der völlig neuartigen Sendeinfrastruktur zwischen allen Beteiligten startete im August 2011 das Digitalradio im gesamten Bundesgebiet endlich richtig durch: 27 Sendetürme begannen mit der Übertragung von regionalen und bundesweiten Programmen. Dieses digitale Radionetz soll nach und nach ausgebaut werden.
In Zukunft nur noch Radios, die UKW und DAB empfangen
Der Handel zog auch mit. Inzwischen gibt es Digitalradios weit unter 100 Euro. Branchenkenner rechnen damit, dass neue Radiogeräte zukünftig beide Übertragungswege empfangen können: das alte, analoge UKW und das DAB-Digitalradio. Denn auch in vielen anderen Ländern Europas werden derzeit Digitalradio-Netze aufgebaut.
In der Regel sind mit einem Digitalradio zwischen 20 und 25 Sender zu empfangen, aber auch moderne Datendienste zum Beispiel zur Verkehrsinformation. Neu im Radio ist etwas, was der Fernsehzuschauer schon seit den 1980er Jahren gewöhnt ist: Privatsender mit bundesweiter Sendelizenz.
So kann man zum Beispiel beim Fußballsender "Elf 90" auf fünf Frequenzen Bundesligaspiele live verfolgen - mit Werbeunterbrechungen, versteht sich. Neu ist auch die Sendestärke von jeweils zehn Kilowatt pro Sendeturm - also zehnmal stärker als bislang. Das sollte in einem Umkreis von 50 Kilometer - abhängig von Gebäuden und den topografischen Geländeeigenschaften - auch in Häusern einen problemlosen Empfang ermöglichen.
Im Herbst 2011 war der Funkturm Petersberg bei Halle die erste Sendeanlage in Sachsen-Anhalt mit zehn Kilowatt Sendeleistung. Vor etwa zwei Wochen folgte die offizielle Inbetriebnahme eines zweiten starken Senders auf dem Kapaunberg, unweit der A 2, etwa fünf Kilometer südlich von Burg. Die "alten" Ein-Kilowatt-Sender wurden in der Regel abgeschaltet. Weiter in Betrieb ist aber noch ein Digitalradiosender auf dem Brocken - aber aus Kostengründen weiterhin nur mit einem Megawatt Sendeleistung.
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