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Sie wird 3000 Einwohner verlieren, jeder Vierte wird älter als 65 Jahre sein, Ärztemangel und Wohnungsleerstand könnten zum Problem werden: Die Gemeinde Hohe Börde weiß, wie sie der demografische Wandel treffen wird - mit einem Entwicklungskonzept bereitet sie sich jetzt schon darauf vor.
Magdeburg l Eine Herzensentscheidung war die Gemeindegebietsreform für die Kommunen in Sachsen-Anhalt nicht gerade. "Eher eine Vernunftehe, zu der Ortschaften, die sich bisher kaum kannten, zusammengeführt wurden", erinnert sich Steffi Trittel noch gut an den Neubeginn in ihrer Einheitsgemeinde Hohe Börde im Jahr 2010. Bisher eigenständige Gemeinden wurden zu Ortschaften, die Gemeindekasse war leer, die Kommunalaufsicht saß im Nacken der Verwaltung - einfach sei der Start nicht gewesen, erklärt die Bürgermeisterin (parteilos). Doch Steffi Trittel ist eine Frau, die lieber die Ärmel hochkrempelt und anpackt, anstatt zu klagen. "Als neue Gemeinde mussten wir uns von jetzt auf gleich offen begegnen und uns gegenseitig kennenlernen. Und wir mussten darüber sprechen, wie wir das Leben in der Gemeinde in Zukunft gestalten wollen", sagt Steffi Trittel nüchtern. "Dafür haben wir uns eine Arbeitsgrundlage besorgt."
Offiziell heißt diese Arbeitsgrundlage "Anpassungsstrategien der Gemeinde Höhe Börde an den demografischen Wandel". Praktisch ist er nichts anderes als ein Konzept, das die regionalen Veränderungen bis zum Jahr 2025 darstellt: Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken. Zu jedem Untersuchungspunkt gibt es konkrete Handlungsempfehlungen. "Die Erkenntnisse, die wir durch diese Bestandsaufnahme gewonnen haben, sind ungemein wertvoll. Auf dieser Grundlage konnten wir uns nicht nur auf einen gemeinsamen Zukunftskurs einigen. Den zusammengewürfelten Ortschaften hat das erstmals auch ein Zusammengehörigkeitsgefühl gegeben", sagt Steffi Trittel.
Die Zahlen des Demografiekonzeptes haben der Gemeinde eines sehr deutlich vor Augen geführt: Bis zum Jahr 2025 wird sie fast 3000 Einwohner verlieren, jeder Vierte wird dann älter als 65 Jahre sein. "Wenn man das weiß, kann man jetzt schon darauf reagieren. Unter anderem haben wir deshalb einen Seniorenbeirat gegründet", erklärt Steffi Trittel. Senioren seien heute lebendiger und aktiver als früher, die Wünsche der älteren Einwohner sollten bei Entscheidungen der Gemeinde berücksichtigt werden, erklärt sie.
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