Wir haben uns an der Hochschule umgeschaut - und ganz am Ende des Campus, in Gebäude 9, einen ziemlich zufriedenen Studenten getroffen.
Herrenkrug l Am Industrial Design Institut wird nicht nur am Computer, sondern auch mit den Händen gearbeitet. Das sieht man sofort. Den Flur hinunter reiht sich eine Vitrine an die nächste. Darin: Zahlreiche Modelle, Studienarbeiten der Studenten. Ein mitwachsendes Kinderfahrrad, Schraubendreher, sogar eine Zugtoilette. Das sieht nach viel Abwechslung aus. "Ist es auch", sagt Thorsten Wickert. Er studiert im dritten Semester Engineering Design, einer der beiden Masterstudiengänge.
"Unser letztes Projekt kann man hier allerdings nicht bewundern." Und er erklärt auch warum: In nahezu jedem Semester arbeiten die Studenten in Projekten mit Praxispartnern zusammen - also mit "echten" Unternehmen, die mit "echten" Aufträgen an die Studenten herantreten. "Von AMB in Oschersleben bekamen wir die Aufgabe, eine neue Gestaltung für einen Vorzerkleinerer zu entwickeln. Das sind die Maschinen, in denen der Müll in Recycling-Anlagen als Erstes landet."
Die Studenten schrieben verschiedene Konzepte - darunter alternative Formen für den Trichter, in den der Müll geschüttet wird oder sogar die Idee, die ganze Maschine im Erdboden zu versenken. AMB war zufrieden mit Ergebnissen, entschied sich für eines der Konzepte und ließ den neuen Vorzerkleinerer bauen. "Allein das ist schon toll gewesen. Lange nicht alle Projekte werden später umgesetzt. Aber das Beste: Da AMB ganz in der Nähe sitzt, konnten wir hinfahren und die Produktion miterleben. Das Ergebnis der eigenen Arbeit zu sehen, war ein richtig gutes Gefühl. Vor allem, weil wir den Müllzerkleinerer ja bisher nur als CAD-Modell (Computer Aided Design bezeichnet eine 3-D-Modellierung am Rechner, Anm. d. Red.) auf dem Bildschirm kannten. Und plötzlich steht da dieses riesige, fertige Produkt: 4,5 Meter breit, 2,5 Meter tief und 3,5 Meter hoch. Wahnsinn", erzählt Wickert.
Der 26-Jährige kommt aus der Nähe von Dortmund und ist zu Beginn seines Studiums nach Magdeburg gezogen. "In der Schule war ich gut im Kunstunterricht. Und ich hatte Lust auf einen kreativen Job. Klar, als BWLer würde ich später vielleicht mehr verdienen können. Aber die Chancen für uns Industriedesigner sind auch nicht schlecht." Dass die Wahl auf Magdeburg fiel, lag an den guten Ausstattung, niedrigen Lebenshaltungskosten und daran, dass es hier keine Studiengebühren gibt. Mittlerweile hat Wickert noch andere Dinge herausgefunden, die für das Studium an der Hochschule Magdeburg-Stendal sprechen: "Etwa, dass man sich hier einfach wohlfühlt. Professoren und Studenten kennen sich, es gibt kleine Lerngruppen, man wird individuell gefördert."
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