
Magdeburg. "Viel Geld kann man damit nicht verdienen. Es geht nur ums Prestige", antwortet Robert Bolle etwas enttäuscht, wenn er auf seinen 2009 errungenen Titel des Mister Sachsen-Anhalt angesprochen wird. Und dennoch muss er gut zwei Jahre später zugeben, dass ihm dieser Erfolg die eine oder andere Tür in die Show-Branche geöffnet hat. Vor kurzem durfte der 26-Jährige Sandfurther (Landkreis Stendal) sogar eine Komparsenrolle in der Romanverfilmung "Cloud Atlas" mit Tom Hanks in den Filmstudios Babelsberg spielen.
Als sich Robert Bolle im Jahr 2009 noch in der Ausbildung zum Immobilienkaufmann befand, überredete ihn eine Kollegin, sich als Model zu bewerben. Robert zögerte nicht lange und machte eine Bewerbung fertig. Es verging nicht mal eine Woche und schon bekam der Altmärker eine Einladung zu einem Foto-Shooting im Magdeburger Allee-Center. Da er sich vor der Kamera und auf dem Laufsteg als talentiert erwies, folgten weitere Engagements bei diversen Modenschauen in der Landeshauptstadt.
Bei einer Herbstmodenschau kam es dann zur Überraschung. Plötzlich stand der Veranstalter in der Umkleidekabine und gab bekannt, dass es neben der Präsentation aktueller Herbstmode noch eine Wahl zum "Mister Magdeburg" geben wird. Zwar mussten die Models nicht daran teilnehmen, doch geködert mit Sachpreisen und Gutscheinen ließen sich einige, unter ihnen auch Robert, schnell überreden. "Ich wollte das eigentlich alles gar nicht, aber auf einmal war ich mittendrin und hab sogar gewonnen", berichtet er heute. Nach zwei Spaziergängen auf dem Laufsteg in unterschiedlichen Outfits entschied sich die Jury um Kult-Friseur Sebastian Böhm für den 1,90 Meter großen Blonden. Der Sieger des Abends hatte die Bühne kaum verlassen, da verpflichtete er sich, als nun offiziell schönster Mann der Stadt, an weiteren Schönheitswettbewerben teilzunehmen.
Die Wahl zum "Mr. Sachsen-Anhalt" gewann Robert Bolle dann im wahrsten Sinne des Wortes im Schlaf, denn sie fand gar nicht statt. Aus Mangel an Bewerbern hatte sich ein großer Contest nicht gelohnt und so entschied eine Jury hinter verschlossenen Türen nur anhand von Bildern über den Sieger. Damit war Robert für den "Mister Germany" qualifiziert. Doch bei der zweitägigen Veranstaltung im mecklenburgischen Linstow riss die Glückssträhne des Robert Bolle. Nach einem ereignisreichen Wochenende mit professionellem Coaching ging der Titel an Mete Kaan Yaman aus Bremen. Für Robert blieben am Ende eine Menge neue Erfahrungen und ein Gutschein für ein Zahn-Bleaching. Nicht einmal seine Platzierung wurde ihm mitgeteilt.
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