Dessau/Essen (dpa) l Die Karstadt-Warenhäuser in Dessau und Bottrop sollen zum 31. März 2016 geschlossen werden. Das berichtet die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) unter Berufung auf Angaben aus dem Unternehmensumfeld.

Der Aufsichtsrat des Konzerns hat die Schließung in einer außerordentlichen Sitzung am Dienstag beschlossen. "Die Schließung wird die Einkaufsattraktivität von Dessau-Roßlau schmälern", sagte der Leiter der Geschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dessau, Manfred Piotrowsky. "Wir wissen nicht, ob das auszugleichen ist."

"So geht man heutzutage mit den Leuten um", sagte eine Karstadt-Verkäuferin. Sie habe die schlechte Nachricht im Radio gehört. Die Chefin der Karstadt-Filiale in Dessau-Roßlau äußerte sich nicht zur Schließung. Auch die Zahl der Mitarbeiter wollte sie nicht nennen.

Die Filialen in Recklinghausen, Neumünster und Mönchengladbach sollen zum 30. Juni 2016 ihren Betrieb einstellen, hieß es weiter. Karstadt war am Morgen für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Am Dienstag wird sich Berichten zufolge der Aufsichtsrat des angeschlagenen Kaufhaus-Konzerns mit den Plänen befassen.

Nach Informationen des "Handelsblatts" sind in den fünf Filialen insgesamt 477 Mitarbeiter betroffen. Die Beschäftigten der Filiale in Recklinghausen wurden nach dpa-Informationen aus Belegschaftskreisen bereits am Montagabend über die Schließungspläne für das Haus informiert.

In Unternehmenskreisen wurde laut WAZ betont, dass Umsatz und Ergebnis in den betroffenen Filialen seit Jahren negativ seien. Auch die Bevölkerungsentwicklung und die Kaufkraft seien in den jeweiligen Städten rückläufig. Eine große Rolle habe zudem die Konkurrenz von innerstädtischen Einkaufszentren gespielt.