" Mir ging es zu DDR-Zeiten nicht schlecht. " – " Mir geht es jetzt ganz gut. " Zwei Sätze, die der 48-jährige Frank Büschel am Anfang und am Ende eines Gesprächs sagt, die aber nicht erahnen lassen, was dazwischen passiert ist : Abstürze, Kämpfe in den Niederungen, steiniger Weg, Erfolg, Rückschläge, Erfolg – ein Lebenslauf mit Brüchen. Den haben sehr viele in Ostdeutschland.

" Die Sympathie, die ich hier erfahre, habe ich mir hart erarbeitet ", sagt der Magdeburger und meint damit seine drei Unternehmen, die er inzwischen erfolgreich aufgebaut hat : Frank Büschel Immobilien, eine Maklerfirma. Büschel Immobilien GmbH, die sich um Immobilienverwaltung kümmert. Und Abendfriede Bestattungen. " Der Erfolg hierfür liegt in unserer Philosophie - bei uns ist alles anders : mehr Service, wir gehen auf die Menschen zu. Niemand will eine Nummer sein. Wir machen viel für Kundenbindung. "

Dass er einmal Unternehmer wird, hätte er sich zu DDRZeiten niemals träumen lassen. Aber dann kam der Fall der Mauer. Er sah es mit seiner Frau im Fernsehen. Kurze Zeit später war das Ehepaar in Helmstedt. " Wir sind rüber. Da feierten viele Menschen. Man fiel sich in die Arme. Das war eine ganz besondere Volksfeststimmung ", erinnert er sich.

Und was hat er damals selbst empfunden ? " Ich hatte Autolackierer gelernt, aber als FDJFunktionär in Magdeburg gearbeitet ... " Frank Büschel atmet tief durch. " Was ich empfunden habe ? Ein zwiespältiges Gefühl : Freude, Angst, es war diese Ungewissheit. Dass die DDR mit dem Mauerfall endgültig kaputt war, war doch klar !"

Die Vereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 bezeichnet er noch heute als " Beitritt ". Dass die neue Bundesregierung schwarz-gelb wird, begrüßt er hingegen sehr. Über sein Privatleben möchte er nicht sprechen. Erst vor kurzem ist seine Ehefrau an Krebs gestorben.

" Beruflich ist es optimal gelaufen "

Frank Büschel schweigt einen Moment. " Ich bin ein Familienmensch. " Er schämt sich nicht zu sagen : " Ich liebe mein Zuhause, ich liebe Magdeburg. " In seinem Büro in der Halberstädter Straße 10 hängen an einer Wand Ölbilder, die die Stadt in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts darstellen : den Alten Markt mit dem goldenen Reiter und den Hasselbachplatz. " Meine Wurzeln habe ich in Magdeburg ", erklärt er.

Nach dem Mauerfall ging er aber rüber nach Hannover, arbeitete in seinem alten Beruf als Autolackierer. " Ich musste Geld verdienen, die Familie ernähren. Wenn ich am Wochenanfang nach Hannover pendelte, bemerkte ich den Stau in Richtung Magdeburg. Da ging die Post ab. " Im Osten, in Magdeburg, wo die Familie, seine Frau und Tochter Jana zurück geblieben waren. " Hier sah ich meine Chance, meine Zukunft. " So ist er nach zwei Jahren Hannover wieder in die Heimatstadt zurück, hat noch einmal die Schulbank gedrückt, den Abschluss als Kaufmann für Grundstücks- und Wohnungswirtschaft gemacht.

Auf Provisionsbasis arbeitete er dann für eine Immobilienfirma in Magdeburg. Und " nebenher " gründete er 1994 in