Genthin ( fh ). 20 Jahre nach dem Mauerfall sollte im Genthiner Lindenhof am 9. November eine Gedenktafel enthüllt werden, so wollten es Bürgermeister Wolfgang Bernicke und der städtische Hauptausschuss. Die Tafel sollte an das erste Zusammentreffen demokratischer Kräfte mit den damaligen Machthabern am 28. Oktober im damaligen Klub der Volkssolidarität erinnern. Jedoch hat der Stadtrat abgelehnt. Zuvor hatte es eine intensive öffentliche Debatte dazu gegeben. Ergebnis : Die Veranstaltung vor 20 Jahren im Lindenhof war weder die erste zur Wende in Genthin, noch war sie demokratisch, weil von der SED organisiert.

Noch nicht einigen konnte sich der Stadtrat auf den künftigen Platz für die Gedenktafel. Darüber sollen sich die Fraktionen erst noch verständigen. Gleiches gilt für das Material der Gedenktafel. Vermutlich wird die Tafel an der Rathausmauer zum Marktplatz angebracht. Diesen Standort favorisiert eine Mehrheit im Stadtrat. Traurig : Zu den Feierlichkeiten am 9. November in der Stadt soll es diese Tafel noch nicht geben. Bernicke : " Die Herstellung ist bis dahin nicht zu schaffen. "

Immerhin haben sich die Stadträte über die Aufschrift der Tafel einigen können. Der Inhalt ist ein Vorschlag von Pfarrer und Ehrenbürger Willi Kraning und lautet so : " Wir sind das Volk ! Keine Gewalt ! Zur Erinnerung an alle Bürgerinnen und Bürger, die im Oktober 1989 die friedliche Revolution in Genthin eingeleitet haben. "

Unter anderem wird es im Lindenhof am 9. November eine Podiumsdiskussion geben, und einen Schweigemarsch durch die Stadt.