Osterburg ( fsc ). Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. 20 Jahre nach dem Ereignis, das den Anfang vom Ende der DDR einläutete und zur deutschen Wiedervereinigung führte, lassen wir an dieser Stelle Einwohner aus der Region Osterburg-Seehausen zu ihrem persönlichen Mauerfall zu Wort kommen.

Heute : Doris Kuske ( 57 ), Gastwirtin, Karin ( 60 ) und Heinz Westphal ( 70 ), Rentner :

" Als die Mauer fiel, war ich doch ganz schön überrascht ", erinnert sich Doris Kuske. " Karin und Heinz waren gerade bei uns, und wir hatten ein bisschen gefeiert, den Anlass weiß ich allerdings nicht mehr. Der Fernseher war an, und plötzlich kam die Nachricht : Die Mauer ist offen. Ich habe mich gefreut – endlich Reisefreiheit !"

" Auch ich war zuerst beeindruckt und dachte, nun können wir fahren, wohin wir wollen ", sagt Heinz Westphal. " Die Ernüchterung kam aber bald : keine Arbeit, steigende Kosten, wenig Geld und ein mieses Bildungs- und Gesundheitssystem. Nun müssen wir das Beste daraus machen. "

Karin Westphal : " Ich habe mich an jenem Abend nicht gefreut, sondern gesagt, ihr werdet euch alle noch wundern. Aber dass es eine so große Katastrophe wird, hatte ich damals nicht gedacht. Ich hätte gerne auf Tütensuppen und Bananen verzichtet, denn ich hätte in der DDR die Gewähr gehabt, jeden Tag zur Arbeit gehen zu können und dass die Kinder für wenig Geld in den Kindergärten betreut werden.