Magdeburg. Dass ihre Partei Mandate einbüßen würde, darauf hatten sich viele der Sozialdemokraten eingestellt, die sich im Magdeburger Café " Flair " versammelt hatten. Auf den meisten Gesichtern war Betroffenheit sichtbar, als mit der ersten Prognose klar war, dass die Partei um mehr als zehn Prozent in der Wählergunst gefallen war und in die Opposition gehen wird.

" Das ist kein gutes Ergebnis für uns ; da sollte man nichts schönreden ", sagte Landtagsfraktionschefin Katrin Budde. Die Ursachenforschung begann sofort. Die SPD habe als Juniorpartner der CDU im Bund ihr soziales Profi l nicht deutlich machen können, meinte Sozialpolitiker Norbert Bischoff.

" Uns hing das Image von Hartz IV und Rente mit 67 an ", sagte er. Ähnlich sah es Justizstaatsekretär Burkhard Lischka, der als Bundestagskandidat in Magdeburg ein Direktmandat deutlich verfehlte. " Ich glaube, dass Dinge wie die Rente mit 67 und Hartz IV das Gerechtigkeitsempfinden vieler Menschen verletzt haben. Wir müssen uns auf den sozialen Markenkern der SPD rückbesinnen ", so Lischka.

Neben der inhaltlichen Neuorganisation der Partei mahnten andere auch personelle Änderungen an ; etwa die Bundestagsabgeordnete Waltraud Wolff aus der Börde. Wolff, die ihr Direktmandat verlor, sagte, die Opposition biete die Chance, sich auch personell zu erneuern. " Die CDU hat es nach ihrer Niederlage 1998 vorgemacht, wie schnell man sich verjüngen kann. "

Norbert Bischoff versuchte, seine Genossen zu trösten : " Es scheint, dass die Mehrheit der Wähler eine konservative Bundesregierung wollte. Dann muss man das so akzeptieren. Ich bin gespannt, was Schwarz-Gelb anders machen will. "

Einig waren sich die sozialdemokratischen Politiker, dass das Wahlergebnis auf die Arbeit der CDU / SPD-Koalition in Sachsen-Anhalt keine negativen Auswirkungen haben werde.