Magdeburg ( sj ). Linken-Landeschef Matthias Höhn hat die SPD aufgefordert, angesichts ihres Wahldebakels ihr Verhältnis zu den Linken neu zu defi nieren. " Das Tabu gegenüber den Linken bringt der SPD überhaupt nichts ", sagte Höhn gegenüber der Volksstimme. Nach den Landtagswahlen im Saarland, in Thüringen und in Brandenburg bestehe jetzt " die reale Chance, jenseits von Schwarz-Gelb " Bündnisse zu schmieden und im Bundesrat eine Mehrheit von CDU und Liberalen zu verhindern.

Die SPD sollte jetzt den " letzten Schritt zur Normalisierung " des Verhältnisses beider Parteien gehen. Die Einbindung der Linken in Regierungsbündnisse auf Länderebene sei die Voraussetzung, um ab 2013 auch eine Regierungsbeteiligung der Linken auf Bundesebene zu ermöglichen. Die Sozialdemokraten hätten jetzt einen " schwierigen Klärungsprozess " vor sich. Sie müssen sich bekennen, ob sie ab 2011 eine " greifbare Wechselperspektive " anstreben wolle. Höhn zeigte sich überrascht über das Ausmaß des Erfolgs seiner Partei, die in der Zweitstimme als stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt hervorgegangen ist. 2011, so Höhn, strebe die Linke in Sachsen-Anhalt einen Wechsel an und erhebe in einer Koalition ihren Führungsanspruch.