Magdeburg. Tosender Beifall, als um 18 Uhr im Magdeburger Kabarett " Nach Hengstmanns " die Bundestagswahlprognose auf der Leinwand auftauchte. Minuten später steigerte sich das Klatschen der Linksgenossen zum Sturm, Prognose : Linke und SPD in Brandenburg mit 30 Prozent gleichauf an der Spitze.

Dort, wo für das Soloprogramm vom Kabarettisten Frank Hengstmann eigentlich trauerfl orgeschmücktes SED-Emblem und Bundesadlerlogo ihren Platz haben ( Hengstmann : " Habe ich abgenommen, damit die älteren Genossen nicht in Tränen ausbrechen "), bot die Bühne für Rosemarie Hein die perfekten Bretter für einen Siegerauftritt.

Im knallroten Kostüm mit Sektglas in der Hand bedankte sich die Nummer 5 der Landeslinkspartei bei ihren Mitstreitern : " Der Wahlkampf war belastend und anstrengend. Ich bedanke mich bei allen, die mir geholfen haben. Besonders, wenn ich Zweifel hatte, ob alles so richtig ist. "

Bei keinem Wahlkampf zuvor habe sie solchen Zuspruch gehabt. " Menschen haben uns an den Ständen unsere Positionen erklärt. Ich musste nur noch nicken. " Häme beim Auftritt der Berliner SPD-Spitzen im TV : " Die feiern ihren Rücktritt ", rief es vom vordersten Tisch mit den jungen Parteimitgliedern. " Bei uns ist noch Platz ", so die nicht ganz ernst gemeinte Einladung.

Zu den " jungen Wilden " gehörte gestern Abend Therese Wenzel ( 25 ) : " 10 plus X sind erreicht. Super. " In Regierungsverantwortung will die junge Frau, die seit 2008 in der Linken ist, die Partei jedoch ( noch ) nicht sehen. " Ich sehe in der Opposition eine wichtige Funktion. "

Linken-Stadtchefin Eva von Angern stolz : " Gerade in der Wahlkampfzeit ( mit roten Kondom-Wahlgeschenken ) haben wir viele Mitglieder gewonnen, zuletzt drei Genossen pro Tag. "

Die drei " Hengstmänner " gaben der Wahlparty mit Programmausschnitten den Kick. So schlugen sie den Parteien die richtigen Wahlkampfsongs vor. Den Linken nach bekannter Kampflied-Melodie und mit Blick auf Koalitionspartner : " Keine Partei, keine Partei macht ‘ s uns jemals recht ... "