Nachterstedt ( dpa / ddp ). Im Unglücksgebiet in Nachterstedt ( Salzlandkreis ) gibt es neue Anzeichen für weitere Erdrutsche. Die Überprüfung von mehreren Messpunkten ergab, dass sich die Erde vor der Abbruchkante am Dienstag um etwa einen halben Zentimeter bewegt hat, wie das Landesbergamt gestern auf Anfrage mitteilte.

Diese Erdbewegungen, die im Abstand von zwölf Stunden überprüft werden, seien erwartet worden und belegten die Gefahr weiterer Absackungen. Der Erdrutsch am 18. Juli hatte drei Menschen und zwei Häuser in den Concordia-Tagebausee gerissen. Wegen andauernder Gefahr ist das Unglücksgebiet gesperrt. Unterdessen weist der Bergbausanierer LMBV Berichte über Unstimmigkeiten zwischen dem Unternehmen und dem Bergamt hinsichtlich der Bohrungen im Umfeld des Erdrutsches von Nachterstedt zurück. Ein Sprecher der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft sagte, alle Schritte würden mit dem zuständigen Landesamt für Bergbau und Geologie des Landes Sachsen-Anhalt abgestimmt.

Im Auftrag des Bergbausanierers war am Montag mit Probebohrungen begonnen worden, die inzwischen gestoppt wurden. Das Landesamt will die von der LMBV beantragten Bohrungen und Grundwasser-Entnahmen vorerst genau prüfen.