Magdeburg (ddp/wb). Das Innenministerium wird sieben Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II für den Katastrophenschutz bereitstellen. Damit soll die Ausstattung in den Landkreisen und kreisfreien Städten für die Bewältigung von Unglücken verbessert werden. "Dort sehen wir im Land Nachholbedarf", sagte gestern Innenstaatssekretär Rüdiger Erben (SPD). An jeden Landkreis und jede kreisfreie Stadt ergingen in den nächsten Tagen Fördermittelbescheide für die Beschaffung von bestimmten Fahrzeugen, mit denen unter anderen Zelte und Stromerzeuger transportiert werden können. Damit sei in absehbarer Zeit alles vorhanden, um vor Ort eine mobile Rettungsstation aufbauen zu können.

Die Kosten für die Beschaffung dieser Technik belaufen sich auf 300 000 Euro pro Fahrzeug. 75 Prozent davon werden durch Mittel des Bundes abgedeckt. Die verbleibenden 25 Prozent seien jeweils zur Hälfte vom Land und von den Landkreisen und kreisfreien Städten zu tragen.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Andreas Steppuhn hat eine umfassende Untersuchung gefordert. "Die Menschen in Nachterstedt haben ein Recht darauf, schnell und zügig zu erfahren, warum es zu dem Erdrutsch gekommen ist. Es wäre gut, die Klärung der Ursache nicht nur den Bergbaubehörden zu überlassen, sondern auch unabhängige Gutachter einzubeziehen."

Sachsen-Anhalts Grünen-Chefs Claudia Dalbert und Christoph Erdmenger erklärten: "Wir bangen mit den Angehörigen um die Vermissten." Das Unglück sei eine Konsequenz aus einer Wirtschaftsweise, die für schnellen Wohlstand wenig Rücksicht auf die Natur genommen hat. "Es sollte uns mit Blick auf aktuelle bergbaulichen Pläne in Sachsen-Anhalt eine Mahnung sein, mit dem Unvorhergesehenen zu rechnen und mit der gebotenen Umsicht vorzugehen."