Nachterstedt (bk). Uwe Steinhuber von der Lausitzer und Mitteldeutschen Braunkohlenverwaltung (LMBV), die für die Sanierung des Bergbaugebietes zuständig ist, sprach gestern von einem "außergewöhnlichen Ereignis, für das es bisher keine Parallelen" gebe. Erst eine gründliche Untersuchung ("Wie lange die Begutachtung dauern wird, kann noch niemand sagen") könne die Ursache des Bergrutsches aufdecken.

Der "Altbergbau", in diesem Bereich und die Verfüllung der Schächte, mit der "bereits vor 120, 130 Jahren begonnen wurde", werfe Fragen auf. Außerdem habe es in der Region oft "Raubbergbau" gegeben. "Deshalb kennen wir nicht jeden Streb (Teil eines Kohle-Flözes, d. Red.) und jede Strecke (Grubenbaue, d. Red.)." Dass jedoch ein alter Schacht die Katastrophe ausgelöst haben könnte, sei eher unwahrscheinlich.

Die LMBV betrachte sich "nicht als Täter, sondern als Sanitäter. Wir sanieren die Gruben." Allerdings räumte er ein, dass nur 80 Prozent der aufgeschütteten Böschungen in der Lausitz und Mitteldeutschland, die das Abrutschen von Grubenrändern in die sich bildenden Seen verhindern sollen, verdichtet wurden.

Heute noch eine Baugenehmigung für die Siedlung auf dem alten Bergbaugebiet zu bekommen, die Mitte der 1930-er Jahre errichtet wurde, sei völlig ausgeschlossen, so Steinhuber.