Magdeburg (kai) l Kriegsende Mai 1945. Weit über 200.000 Menschen hatten kein Dach über dem Kopf. Hunger, Kälte, Entbehrungen in den folgenden Jahren. Dem Stadtorganismus wieder Leben einzuhauchen war oberstes Gebot: Trümmer wegräumen, Wohnraum schaffen, den Verkehr und die Betriebe in Gang bringen.

Die Magdeburger packten an, wie auf dem großen Foto oben im Stadtzentrum. Pflichtarbeit zur Enttrümmerung war bereits am 19. Mai 1945 angeordnet worden, die arbeitsfähige männliche Bevölkerung zwischen 14 bis 65 Jahren einbezogen. Die Stadtverwaltung organisierte.

Und es war wie ein Wunder: Ab 4. Juni 1945 fuhr die erste Straßenbahn wieder, die Linie 3 zwischen Hauptbahnhof und Diesdorf. Im Herbst funktionierte leidlich die Gas- und Stromversorgung.

Anfang Januar 1946 war neben der Ruine der Johanniskirche die erste Schuttverarbeitungsanlage in Betrieb gegangen. Mitte des Jahres wurde ein transportables Trümmersortiergerät eingesetzt, Frauen sammelten per Hand verwendbares Material.

Ab 9. Mai 1948 fuhr rauchend die Trümmerbahn zur zentralen Aufbereitungsanlage am Schroteplatz. In Betrieben wurde umfangreiche Mehrarbeit geleistet. Die zweite Seite des Wiederaufbaus …

1948 fuhren auf 30 Kilometern Trümmerbahn-Gleis bis zu 28 kleine Dampfloks, türmten große Halden in der Erzbergerstraße, auf dem Schrote- und Deutschen Platz (heute Uniplatz) auf. Die Steine wurden dort zu Splitt zermahlen, abtransportiert. Die "Volksstimme" vermeldete Ende 1959, dass die Stadt fast beräumt sei. 6,18 Millionen Kubikmeter Trümmer waren beseitigt worden, 177 Millionen Mauersteine geborgen und wieder verbaut, des Weiteren 18 800 Tonnen Eisen.

Die Magdeburger hatten heroische Arbeit geleistet, die Trümmerfrauen wurden Legende. Der Künstler Heinrich Apel setzte ihnen an der Tür des bis 1969 wiederaufgebauten Alten Rathauses am Alten Markt ein Denkmal.