Magdeburg | Die Elbestadt wurde in ihrer 1200-jährigen Geschichte zweimal zerstört. Am 20. Mai 1631 starben 20.000 von vormals 35.000 Bewohnern der Stadt. Die Zerstörung der protestantischen Hochburg bis auf die Grundfesten und das Abschlachten der Bewohner erschütterte das damalige Europa und ging unter dem Begriff "Magdeburgisieren" in die Weltgeschichte ein. Es dauerte fast 100 Jahre, bis die Stadt im alten Glanz wieder erstanden war, auch damals dank des ungeheuren Fleißes ihrer Bürger.

Die zweite Zerstörung Magdeburgs war nicht weniger grauenvoll. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren vier Fünftel der blühenden historischen Altstadt mit ihren kulturhistorisch wertvollen Wohn-, Geschäfts- und öffentlichen Gebäuden sowie über ein Dutzend Sakralbauten in Schutt und Asche gefallen. Kennzeichnend war der ungeheure Aufbauwille nach den ersten Kriegstagen. Die späteren Erfolge sind untrennbar auch mit den Anstrengungen der Menschen bis 1989 unter den wirtschaftlich und ideologisch schwierigen sozialistischen Vorzeichen verbunden. Mit der deutschen Einheit bekam die Stadt als Landeshauptstadt neue Chancen für die Entwicklung zu einer blühenden Großstadt.

in erstes optimistisches Signal war 1951 am "Bärbogen" in der Bärstraße gesetzt worden. Am 1. Mai startete hier "offiziell" der Wiederaufbau des Stadtzentrums. Anfang der 1970er-Jahre war die Innenstadt im Wesentlichen so aufgebaut worden, wie sie sich bis 1990 darstellte. Wichtige Konzentrationspunkte waren neben dem Wohnungsbau die Gestaltung städtebaulich relevanter Abschnitte. Nachdem bereits von 1953 bis 1957 die ersten Bauten entlang der neuen Ost-West-Achse (heute Ernst-Reuter-Allee) errichtet worden waren, wurde bis 1970 der Nordabschnitt der Karl-Marx-Straße / Breiter Weg mit dem Haus der Lehrer fertiggestellt. Der Alte Markt, das Rathaus, der Domplatz, das Liebfrauenkloster, der Hasselbachplatz wurden in Angriff genommen. In den 1990er-Jahren stand die Modernisierung der City an der Tagesordnung. Allee-Center, City Carré, Ulrichshaus entstanden. In den 2000er-Jahren wurden u. a. die Nord /LB und das Hundertwasserhaus fertiggestellt. 2014 folgte der neue Domplatz.

Heute, 70 Jahre nach dem Weltkrieg und im 25. Jahr der deutschen Einheit, kann gesagt werden: Die Stadt an der Elbe hat ihre zweite Wiedergeburt mit bewundernswerter Anstrengung zuwege gebracht. Eine komplett neue bauliche, wirtschaftliche und verkehrliche Infrastruktur wurde geschaffen. Wenngleich das nicht immer optimal geschah und manches aus heutiger Sicht auch kritikwürdig ist. Entstanden ist zwangsläufig auch ein anderes Magdeburg als es die Vorkriegsgeneration kannte.

Unbenommen davon ist die Elbestadt eine liebens- und lebenswerte Stadt geworden, deren Einwohner stolz auf die Erfolge in der Zeit zwischen 1945 und heute sein können.

 

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