Altstadt (kai) l Die Enttrümmerung war noch in vollem Gange, doch parallel dazu stand längst der Neuaufbau an der Tagesordnung. Bis 1949 wurden 4347 neue Wohnungen gebaut und 5500 instand gesetzt. Der Innenstadt-Neubau, ein 266 Hektar großes Gebiet, wurde im fast gänzlich zerstörten Südabschnitt Breiter Weg gestartet. Zunächst 1950/1951 zwischen Zentralem Platz und Leiterstraße. Nur zwei der prächtigen Barockhäuser waren erhalten geblieben.

Dort wurde am 1. Mai 1951 an der Bärstraße der Grundstein gelegt. Für eine Einkaufsstraße mit Fünf- und Sechsgeschossern in Ziegelbauweise, im Erdgeschoss Ladenzeilen. Der bekannte Torbogen (fertiggestellt am 13. Juli 1952) mit Sandsteinrelief von Eberhard Roßdeutscher erinnert noch heute an den Wiederbeginn.

Im Februar 1951 wurde der erste Neubau nach Kriegsende in der Otto-von-Guericke-Straße / EckeKeplerstraße bezogen, im Januar 1952 die Poliklinik Südost am Klosterhof eröffnet. Auf dem Alten Markt wurde 1952 ein neuer Wohnblock bezogen. Der Grundstein für den Zentralen Platz wurde 1953 gelegt. Vorangegangen waren seit 1949 dafür und für den Alten Markt, Karl-Marx-, Otto-von-Guericke-Straße und Domplatz mehrere Architektenwettbewerbe, weitere sollten folgen. 1953 wollen Bauarbeiter an den entstehenden "Stalinbauten" täglich bis zu 100.000 Ziegel vermauern, die Enttrümmerung wurde forciert.

Im Nationalen Aufbauwerk verpflichten sich 180 Betriebe zu zusätzlichen 625.000 Arbeitsstunden bis Jahresende. 1964 wird der Südabschnitt der Karl-Marx-Straße / Breiter Weg wesentlich fertiggestellt, außerdem die Neubauten Jakobstraße mit 2300 Wohnungen. Eine Dichte wie in der Vorkriegszeit war für die neue City rund um den Zentralen Platz nicht vorgesehen bzw. später nicht vollendet. Nicht unbedingt zum Vorteil einer Belebung.