Werder (kai) l Nach dem Bombenangriff am 16. Januar 1945 bot die Magdeburger Stadthalle bei Kriegsende ein Bild der Zerstörung. Sie war völlig ausgebrannt, die Trümmer strahlten Hoffnungslosigkeit aus. Lange Zeit war ihre Zukunft ungewiss. Erst 1959 wurde entschieden, die Kulturstätte wieder aufzubauen.

Das machte Hoffnung, denn die Stadthalle war, das wussten viele Magdeburger, nach Grundsteinlegung am 5. Januar 1927 bereits am 29. Mai desselben Jahres (!) zur Deutschen Theaterausstellung eingeweiht worden. Der "würdevolle Monumentalbau" sollte Magdeburg als wichtigste Ausstellungs- und Kongressstadt Mitteldeutschlands etablieren, außerdem Erlebnismöglichkeiten bieten, formulierte die Stadt als Auftraggeber. Der 5000 Personen fassende Innenraum wurde so gebaut, dass er vielfältig genutzt werden konnte. Er stellte eine Neuheit im Theater- und Festhallenbau dar. Der Podiumsraum konnte mittels einer besonderen Mechanik den unterschiedlichen Nutzungsformen angepasst werden. Mit dem 100 Meter langen, 50 Meter breiten und 22 Meter hohen Bauwerk schuf der Architekt Johannes Göderitz sein bedeutendstes Werk in beispiellos kurzer Zeitspanne.

Der Wiederaufbau 1959 im Tempo von 1927 aber erwies sich als vollkommen illusorisch. Erst am 15. April 1966, also nach sieben Jahren, konnte der neue Bau komplett fertiggestellt werden. Zweifellos auch als ein Beispiel des Bürgerwillens zum Wiederaufbau.

Fast eine Million Mark an Spenden und Arbeitsleistungen hatten die Magdeburger eingebracht, um ihren Wunsch nach diesem traditionsreichen Veranstaltungsort auf der Rotehorninsel zu verwirklichen. Heute wird die Stadthalle weiterhin für Großveranstaltungen genutzt, ist aber erheblich modernisierungs- und sanierungsbedürftig.