Altstadt (kai) l Es war am 6. Oktober 1965 ein Volksfest der großen Art, mit Flottenparade auf der Elbe und großem Polit-Bahnhof: Tausende Magdeburger wohnten der Eröffnung der neuen Strombrücke bei. Sie ist 257,7 Meter lang, überspannt mit einer Stützweite von 130 Metern den Fluss und ist pfeilerlos. Es handele sich um eine der modernsten Brückenkonstruktionen der DDR, schrieb die Volksstimme am Tag vorher. Die Elbestädter wollten das neue Wunder an der Elbe sehen.

Zumal die Geschichte des Elbübergangs die Stadt bewegt hatte: Am 16. April 1945, kurz vor Kriegsende, war die bisherige Strombrücke von der Wehrmacht zerstört worden, um das Vordringen US-amerikanischer Truppen über die Elbe zu verhindern. Nach Kriegsende entstand zunächst die Behelfsbrücke. Sie wurde 1967 abgerissen. Die neue Strombrücke wurde, obwohl erst anders geplant, ohne Bögen errichtet. Sie galt auch deshalb als hochmodernes Bauwerk.

Die Magdeburger feierten den Brückenschlag als Ereignis, wie es sich für eine Stadt am Strom geziemt. Das Jahrhundertbauwerk verbindet noch heute, obwohl stark sanierungsbedürftig, die Magdeburger Altstadt mit der Elbinsel Rotehorn und dem Stadtteil Werder und wartet auf seine Verlängerung. Die wurde zwar schon damals als hochwichtige Maßnahme benannt, aber nie verwirklicht. Nun soll an der Verlängerung ab 2017 gebaut werden.