Buckau (kai) l 1991 begannen die groß angelegten bis dahin beispiellosen Sanierungsmaßnahmen in Buckau. Die Arbeitergegend galt damals noch als Schmuddelkind, zu DDR-Zeiten war die bauliche Erhaltung der Gebäude extrem vernachlässigt worden.

Zwar waren nach Kriegsende hier 80 Prozent Zerstörungen verzeichnet worden. Aber das betraf zum allergrößten Teil die dortigen Industriegebäude. Nur gering waren Schäden an den Wohnhäusern, die einen außergewöhnlich guten Bestand an Gründerzeit-Miethäusern darstellten. Neubau gab es in Buckau nach dem Krieg kaum. Nach der Schließung nahezu aller Industriebetriebe 1990 gab es zudem einen rapiden Bevölkerungsrückgang. 1992 kam die große Chance, als Buckau zum Städtebaulichen Sanierungsgebiet für 20 Jahre erklärt wurde.

Als am 3. September 2005 der neu gestaltete Thiemplatz als Zentrum von Buckau eröffnet wurde, waren 90 Millionen Euro Fördermittel geflossen, weitere 16 Millionen Euro bis 2007 angekündigt. Private Investoren hatten etwa 270 Millionen Euro in Wohnungen, Geschäftsbauten und Stadtvillen gesteckt.

Die Treppe am Elbufer, die Freitreppe mit Froschbrunnen im Klosterbergegarten entstanden, die sanierte alte Feuerwache wurde 2006 Außenstelle von Konservatorium sowie Literaturhaus. Parallel zur Gestaltung der "Grünen Mitte" mit Baumlabyrinth wurden weitere Gebäude umgebaut bzw. saniert, so in der Neuen Straße. Vielfach unter Federführung des Sanierungsträgers BauBecon entstanden in den 1990er Jahren sozio-kulturelle Einrichtungen.

Das Freizeitzentrum "Quo Vadis", das Frauenzentrum "Courage", der Bürgertreffpunkt "Buckauer Stübchen", das Jugendzentrum "HOT" und das Volksbad Buckau gehörten dazu. In den 2000er Jahren war der Schwerpunkt stärker auf Freiraumgestaltung, auf gesellschaftliche Einrichtungen sowie auf punktuellen Abriss gelegt. Mit sinkendem Wohnungsleerstand, jüngeren Einwohnern und der städtebaulichen Öffnung zur Elbe hin ist Buckau nach aktueller Auffassung der Stadtverwaltung deutlich aufgeblüht.