Altstadt (kai) l Es ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack und trotzdem ein einmaliges bauliches Kunstwerk, auf das Magdeburg stolz sein kann: Das Hundertwasserhaus im Breiten Weg ist ganz gewollt ein architektonischer Paradiesvogel. Er zieht den Tourismus magisch an, ein Spaziergang in den zwei Innenhöfen ist ein Erlebnis, das kleine intime Theater vorzüglich, die 55 Wohnungen extravagant, die Geschäfte und Dienstleister meist bemerkenswert.

"Grüne Zitadelle" nannte der weltberühmte Friedensreich Hundertwasser sein letztes Werk. Fertiggestellt wurde es 2005. Auch bei der Recherche zu diesem Projekt trifft man auf Krieg und Tod. Auch hier war die Bebauung im Krieg zerstört worden. In den 1970er-Jahren entstand auf der Brachfläche ein monotoner Plattenbau. Den sollte der Meister ursprünglich in seinem Stil umgestalten.

Später entschieden sich die Beteiligten für den jetzigen Neubau, und das erwies sich als Glücksfall für die Stadt. Originell wie das Innere ist auch das Äußere des Hauses mit den goldenen Türmen, seltsam geformten Balkonen und aus den Fassadennischen wachsenden Bäumen. Die Magdeburger dankten auch dem leider verstorbenen Rolf Opitz. Er wurde damals für seine Aktivitäten um das Hundertwasserhaus Drittplatzierter beim Wettbewerb zum Magdeburger des Jahres.