Altstadt (kai) l Nach dem schweren Angriff vom 16. Januar 1945 blieben von der jahrhundertealten Johanniskirche am Elbufer lediglich die Außenmauern und Reste des Süd- und Nordturms stehen. 1968 wurde sie als Geschenk der evangelischen Kirche der Stadt übereignet, die die Ruine sicherte. Seit Anfang der 1980er-Jahre war der Südturm eine Aussichtsplattform.

Am 16. Januar 1991 gründete sich auf Betreiben des damaligen OB, Willi Polte, das Kuratorium Johanniskirche. Auftrag: das Bauwerk komplett wieder aufzubauen als städtischen Fest-, Konzert- und Veranstaltungssaal. Der Baubeigeordnete Werner Kaleschky übernahm später den Vorsitz. Die Arbeiten gingen dank Landesfördermillionen, rühriger Arbeit des Kuratoriums und später durch überwältigende Spendenbereitschaft der Magdeburger zügig, jedoch nicht problemlos voran. Noch 1991 wurden die Türme versiegelt.

Danach folgten umfangreiche Arbeiten zum Wiederaufbau. Die feierliche Eröffnung der einzigartigen Mehrzweckhalle fand am 2. Oktober 1999 statt. Das Innere des Gebäudes ist eine geschmackvolle Mischung aus Historie und Moderne. 2004 erhielt der Südturm, finanziert durch Spenden und die Stadt, eine Spitze mit Uhr.

Seit dem 31. Oktober 2008 erklingen nach Restaurierung wieder die Glocken. Sie läuten auch am 16. Januar. Eine halbe Stunde lang. So lange dauerte 1945 der verheerende Luftangriff.