Burg (da/bkö) l Soldat, Militärtheoretiker, Philosoph und Historiker - Preußens jüngster General Carl von Clausewitz (1780 bis 1831) ist in Burg geboren und fand hier seine letzte Ruhestätte. 1971 wurden die sterblichen Überreste von Carl und seiner Frau Marie nach Burg überführt.

Mit fünf Geschwistern wuchs der spätere General in armen Verhältnissen auf und besuchte die Stadtschule in der Klosterstraße. 1792 trat der damals zwölfjährige Clausewitz bereits als Fahnenjunker in das Regiment "Fritz Ferdinand" in Potsdam ein. Bereits ein Jahr später zog er mit seinem Regiment durch die Stadt Burg, um im Rheingebiet vor Mainz am ersten Koalitionskrieg teilzunehmen. Von 1796 bis 1801 fand Clausewitz Zeit, sich seinen Studien zu widmen.

Aufgrund von Empfehlungen gehörte der berühmte Burger Sohn im Oktober 1801 zum ersten Jahrgang der von Gerhard von Scharnhorst neu gegründeten Kriegsschule in Berlin. Drei Jahr später graduierte Clausewitz als Bester seiner Klasse und fand danach als Adjutant des Prinzen August von Preußen Verwendung und geriet nach der Schlacht bei Jena 1806 mit dem Prinzen in französische Gefangenschaft. Im Jahr 1810 wurde er dann zum Major befördert. Als Stabschef eines preußischen Korps nahm er noch einmal an dem Feldzug gegen Napoleon teil, der in der Schlacht bei Waterloo gipfelte.

Mit der Beförderung zum Generalmajor 1818 stieg Clausewitz zum jüngsten General der preußischen Armee auf. 1830 wurde er dann zur Artillerie-Inspektion nach Breslau versetzt. Russische Truppen brachten damals während des Insurrektionskrieges die Cholera nach Polen. Daran erkrankte auch der Generalmajor und starb am 16. November 1831 im Alter von 51 Jahren.

"Vom Kriege" ist Pflicht für japanische Offiziere

Nach 1945 wurde in der Sowjetischen Besatzungszone die Clausewitz-Hinterlassenschaft "als reaktionär, militärisch, verbrecherisch" eingestuft. Die Phase der Ignoranz dauerte bis 1953. In diesem Jahr gab es einen Traditionserlass der DDR-Regierung. Er basierte auf der "positiven preußischen Reform" unter anderem eines Carl von Clausewitz. Später trug sogar die NVA-Kaserne in den Krähenbergen den Namen "Carl von Clausewitz".

Der 200. Geburtstag von Clausewitz wurde im großen Rahmen gefeiert. Auf dem Burger Rolandplatz wurde in Relief mit dessen Konterfei enthüllt. Sein Schaffen ist auch heute noch nicht verblasst. Das berühmteste Werk von Clausewitz, "Vom Kriege", ist nicht nur deutschen Soldaten vertraut, sondern gehört sogar zum Pflichtstudium künftiger japanischer Offiziere.