Magdeburg l Im vergangenen Sommer ist das kleine Café in der Friesenstraße plötzlich in der ganze Stadt bekannt geworden: Ines Roefe hat ihr Wohnstuben-Café zu einem der Stützpunkte für die Versorgung der Hochwasser-Helfer gemacht. Tagelang wurde dort gekocht und gebacken.

"Manchmal waren 150 Leute im Café, haben sich ausgeruht oder Kuchen gebacken, Kaffee gekocht oder Brote geschmiert", erinnert sich Ines Roefe. Jetzt, zehn Monate später, gibt sie ihr Café auf. Schweren Herzens und "aus gesundheitlichen Gründen" sagte sie gestern. Ihre Gesundheit gehe jetzt vor, sonst hätte sie "weiter gekämpft".

Die Zeit nach dem Hochwasser war für die "Ein-Frau-Unternehmerin" alles andere als einfach. Nach dem Hochwasser-Hilfeeinsatz ihres gemütlichen Cafés musste sie feststellen, dass einiges zu Bruch gegangen war: Kühlschrank, Geschirrspüler, Küchenmöbel, Kaffeemaschinen hatten die intensive Nutzung nicht überstanden, zurück blieb für Ines Roefe ein Schaden von 5000 Euro. "Das ist sehr viel Geld für ein kleines Café wie meines."

Sie habe sich sehr um Unterstützung bemüht. "Ich habe natürlich gekämpft, Ämter und Institutionen angesprochen, nach Krediten Ausschau gehalten. Geklappt hat leider nichts", sagt Ines Roefe deutlich enttäuscht. Sie hätte auf jeden Fall auch weitergemacht, aber ihre Gesundheit habe jetzt Vorrang.

Und wie geht es weiter? "Das weiß ich noch nicht. Aber es wird wieder ein Wohnstuben- Café geben, nur wann und wo, das ist noch völlig offen."

Am heutigen Donnerstag und am Mittwoch, 23. April, hat ihr Café noch mal von 11 bis 17 Uhr geöffnet, allerdings nicht zum Kaffeetrinken. Am Eingang steht: Räumungsverkauf. Ines Roefe versucht, die Einrichtung ihres gemütlichen Cafés in der Friesenstraße zu Geld zu machen.

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