Magdeburg l Ein erster Entwurf lag am Dienstag während seiner Dienstberatungsrunde auf dem Tisch des Oberbürgermeisters. Und fand dort Zustimmung.

Was ist geplant? Das "Haus der Athleten", in dem zum Schluss das Hotel "Elbresidenz" betrieben wurde, hat im Sommer 2013 schwer unter dem Hochwasser gelitten. Seitdem war das Hotel geschlossen. Die Untergeschosse sind baufällig und müssten aufwendig saniert und vor allem hochwassersicher gemacht werden. "Viel zu teuer", schätzt die Besitzerin des Gebäudes, die Wohnungsbaugesellschaft Kalbe (WBG), die Sanierung ein. Sie will das alte Athletenhaus abreißen und ein gänzlich neues Hotel dort bauen lassen. Es soll auch ganz anders aussehen. Moderner Hotel-Bau, großzügige Terrassen Richtung Alte Elbe, Sauna-, Fitness- und Wellnessangebote, eine Anlage mit hohem Freizeitwert, die sich aber architektonisch in die Parklandschaft einfügen werde. "Magdeburg wird um eine Attraktion reicher", schreibt die WBG in ihrer Stellungnahmen für den Antrag auf Einleitung eines Bebauungsplans.

Vor allem soll auch der Hochwasserschutz großen Raum in den Planungen bekommen. So werde beispielsweise das untere Geschoss des Gebäudes, das als Parkfläche für Autos gedacht ist, ein sogenanntes "Opfergeschoss" sein. Soll heißen, dort kann Hochwasser, sollte es wieder auftreten, einfach durchfließen, ohne das Gebäude zu beschädigen. Dieses Geschoss bleibt weitestgehend leer, wird also bei der Gesamtgestaltung des Gebäudes dem Hochwasser schon vorher "geopfert". Diese geforderten Hochwasserschutzmaßnahmen seien auch der Grund, warum das alte Gebäude abgerissen werden solle. Um so ein Opfergeschoss einbauen zu können, müsste das komplette Innenleben des "Hauses der Athleten" aufwendig umgebaut werden.

Über die näheren Pläne wollte das Kalbenser Wohnungsunternehmen, das eine hundertprozentige Tochter der "Stromkontor Rostock GmbH" ist, gestern noch keine Auskünfte geben. Aus dem Antrag an die Stadt für einen Bebauungsplan geht aber hervor, dass für das Projekt bereits eine Fördermittelzusage vom Land vorliegen soll.

Die Stadt befürwortet das Projekt, wie gestern Baubeigeordneter Dieter Scheidemann gegenüber der Volksstimme erklärte. Darum solle dem Stadtrat auch vorgeschlagen werden, den Flächennutzungsplan, der für das Gelände, auf dem das "Haus der Athleten" steht, zu ändern. Dieser F-Plan weist das Gelände als Sondergebiet mit hohem Grünanteil und einer Zweckbestimmung Sport aus. Da das neue Hotel kein "Sporthotel" im eigentlichen Sinn werden soll, sollte die Zweckbestimmung Sport aufgehoben werden, schlägt die Verwaltung dem Stadtrat vor. Im kommenden Dezember soll der Stadtrat dann über die Änderung des Flächennutzungsplans beraten.