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Altstadt l Mit 13,4 Prozent der abgegebenen Stimmen wählten die Leserinnen und Leser der Volksstimme Ute Mühler auf Platz 3 bei der Wahl zum Magdeburger des Jahres 2011.
Es gibt zwei Sorten von Lehrern: Die, die die Bücher aufschlagen und trockene Fakten auswendig lernen lassen und die, die sich damit nicht zufrieden geben. Ute Mühler gehört zur zweiten Kategorie. Sie will nicht nur an der Tafel stehen und dem Frontalunterricht frönen, sondern sie möchte, dass ihre Schüler verstehen lernen und das möglichst ganzheitlich. Und sie will selbst auch Spaß am Unterricht haben, sich begeistern lassen und etwas damit erreichen.
Dabei ist sie mit dem "Geschichts-Gen" ausgestattet. Ihren Kollegen von der Archäologie gleich sucht Ute Mühler mit Leidenschaft nach Spuren der Vergangenheit. Besonders gern in der Magdeburger Heimatgeschichte. "Ich bin Magdeburgerin aus Überzeugung", sagt die Lehrerin von sich. Darum veranstaltet sie zum Beispiel zusammen mit Nadja Gröschner spezielle Stadtführungen, ist mit dem Kulturhistorischen Museum per Du und in ihrem Schulmuseum "zu Hause". Überhaupt hat es das Hegelgymnasium ihr zu verdanken, dass es dieses Museum in der Schule gibt. Den historischen Hörsaal und das Schullabor hat sie seit 1998 aus vielen Einzelteilen und interessanten Exponaten, die man ihr übergeben hat, aufgebaut, um von einem Stück spezieller Magdeburger Vergangenheit berichten zu können.
"Wer ihre Geschichtskurse wählt, kann damit rechnen, etwas Spannendes zu erleben."
Und es sind die Details, die Ute Mühler dem interessierten Besucher besonders gern zeigt. Weil mit diesen Einzelstücken immer auch Geschichten von Menschen und über Menschen verbunden sind. Mal witzig, mal anrührend, mal erstaunlich. Und von der Geschichtslehrerin immer mit besonderer Anteilnahme und Eindringlichkeit erzählt. Oder mit Humor, vor allem aber immer mitreißend - leidenschaftlich eben.
Ihre Schüler lieben Ute Mühlers Geschichtskurse, auch wenn diese nicht gerade einfach sind. Gute Noten bekommt man bei ihr nicht für Schönschreiben und bunte Borten, sondern für wissenschaftliches Arbeiten und Engagement. Und wer ihre Geschichtskurse wählt, kann damit rechnen, etwas Spannendes zu erleben.
Wie im vergangenen Jahr. Ute Mühler wurde auf die Stolperstein-Aktion des Künstlers Gunter Demnig aufmerksam. Demnig verlegt in deutschen Städten sogenannte Stolpersteine, um Opfern des Holocaust einen Namen zu geben. Vor den Häusern, wo die Opfer vor ihrer Verschleppung, Deportation und Ermordung gelebt haben, werden die Steine ins Gehwegpflaster eingelassen. Wer darüber "stolpert", kann den Namen des Opfers und einige biografische Daten ablesen - und sich vielleicht darüber Gedanken machen. In Magdeburg wird diese Aktion vor allen Dingen vom Kulturbüro der Stadt und von Waltraut Zachhuber organisiert.
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