Oschersleben l Es stinkt nach Öl, es rumort im Getriebe, es dröhnen die Bohrmaschinen: Ein Bolide ist fast fertig, ein Bolide ziemlich zur Hälfte, einem Boliden fehlt noch das Herz. Lange Abende zwischen Karosserie und Zylinderkopfdichtung sind garantiert, aber mit jeder Schraube gehen die Mechaniker von Schubert Motorsport Oschersleben einer neuen Saison entgegen, in der Höchstgeschwindigkeit gefordert wird.

Die Operation ADAC GT Masters ist also in vollem Gange. "Wir haben zehn Mechaniker für die vier Autos im Masters, davon sind acht regelmäßig an der Strecke dabei", sagt Stefan Wendl (36), der Teammanager, am Dienstag beim Blick durch die Werkstatt.

Ab 26./27. April geht es für vier Piloten in zwei Boliden beim Masters "um die Meisterschaft", gibt Wendl das Ziel vor - "sowohl in der Fahrer- als auch in der Teamwertung". Der Auftakt steigt mit den beiden Läufen in der "etropolis Motorsport Arena".

Schubert Motorsport mit meisten Einzelsiegen

In beiden Wertungen hatten sich in der vergangenen Saison die Wünsche nicht erfüllt. Trotz starker Einzelbilanzen. "Wir haben die meisten Einzelsiege erreicht", erinnert sich Wendl - allein drei durch Claudia Hürtgen/Dominik Baumann. "Wir hatten außerdem mit Dominik den besten Qualifyer der gesamten Serie", was dem 21-Jährigen einen Vertrag als BMW-Werksfahrer bescherte.

Der "Gewinner der Saison", wie auch Wendl den Österreicher nennt, hatte damit ein Hauptziel seiner jungen Karriere erreicht. In der Fahrerwertung belegte er wie Hürtgen Rang fünf, Max Sandritter und Jörg Müller, die das zweite Duo bildeten, kamen auf Platz 13 und 17 (damit Rang drei in der Teamwertung).

"Entscheidend waren letztlich die Null-Punkte-Ergebnisse", resümiert Wendl den verpassten Titelgewinn. Deshalb werde es nun "das Ziel sein in der neuen Saison, eher auf die Sicherung eines fünften oder sechsten Platzes statt auf hohes Risiko zu gehen."

Neue Fahrer fürs Team

Dazu hat sich Schubert zum Teil neu aufgestellt. Vom Gedanken, den Teamchef Torsten Schubert mal hegte, einen dritten Wagen in die acht Saisonevents zu schicken, hat er sich gelöst. "Ein drittes Team würde hinten runterfallen, das wäre nicht gut für die Psychologie der Fahrer", sagt Wendl. Dafür ersetzt Jens Klingmann Routinier Müller, der nach einem unglücklichen 2013 mit Unfällen und Rippenverletzung in die GT-Masters-Serie nach Japan gewechselt ist.

Mit Klingmann (23) holt sich das Team keinen Unbekannten. Nach Müllers verletzungsbedingtem Ausfall im vergangenen Jahr steuerte der Heidelberger als Ersatzmann den BMW Z4 mit Sandritter auf dem Sachsenring auf einen dritten und einen ersten Platz.

Nicht zuletzt hat sich Schubert zudem die Dienste des Niederländers Jereon de Boer als Dateningenieur gesichert. Der 26-Jährige zählte 2013 mit DB Motorsport noch zu den Schubert-Konkurrenten, zur neuen Serie hat sein Vater als Team-Eigentümer sein finanzielles Engagement beendet. De Boer wird künftig das Fahrgefühl der Piloten und die technische Fehleranalyse in Einklang bringen. "Ich bin mir sicher", betont Wendl, "dass uns Jereon weiterbringt."

Bilder