Die Jury hat entschieden: Ratslottchen soll das Maskottchen für den Sachsen-Anhalt-Tag in Wernigerode heißen. Die Stadtverwaltung hat gemeinsam mit den Lesern der Harzer Volksstimme einen Namen für die sympathische Figurine gesucht. Fast 100 Vorschläge haben die Redaktion erreicht.

Wernigerode l Das Maskottchen für den Sachsen-Anhalt-Tag in Wernigerode heißt Ratslottchen. Das hat die Jury am Dienstag entschieden. Die Stadtverwaltung hatte die Harzer zusammen mit der Volksstimme aufgerufen, Namen vorzuschlagen.

Und unsere Leser waren wirklich kreativ: Fast 100 Vorschläge erreichten die Redaktion. "Uns war es wichtig, einen Namen zu finden, der nach dem Sachsen-Anhalt-Tag noch Bestand hat", sagt Rathaussprecher und Juror Andreas Meling. "Wir würden das Maskottchen gern in Zukunft auf Messen und bei Stadtfesten einsetzen."

"Die Silbe `Rat` nimmt Bezug auf das Rathaus und den Stadtrat."

Verwaltungssprecher Andreas Meling

Der Name Ratslottchen passe gut zu der Figurine, die aus der Feder der Künstlerinnen Sabine Riemenschneider und Anke Duda stammt, so Meling. Die Silbe "Rat" nehme Bezug auf das Rathaus - als Symbol für Wernigerode. "Gleichzeitig wird an den Stadtrat erinnert, der dort regelmäßig tagt." "Lottchen" sei positiv besetzt, ergänzt Sozialdezernent und Mitjuror Andreas Heinrich. "Lottchen passt zu unserer Figur, die frech, keck, fröhlich, herzlich, einfach zauberhaft ist." Der Name stammt von Rosemarie Scheffler. Die 72-jährige Rentnerin konnte es gar nicht fassen, dass ausgerechnet ihr Vorschlag ausgewählt wurde.

Beeindruckt zeigten sich die Juroren von der Fülle der anderen Vorschläge. "Die Volksstimme-Leser haben sich wirklich Mühe gegeben", sagt Andreas Meling. "Wir konnten sogar einiges dazulernen." Zum Beispiel, dass die Töchter des Rathaus-Erbauers Thomas Hilleborch Mette und Osanna hießen. "Die Figuren von Hilleborch, seiner Frau Anne und seiner beiden Töchter befinden sich an der Frontseite des Rathauses auf einer Mauerleiste", schreibt Uwe Kruft. Von Bernd Wolff stammt die Idee "Hille". "Nach den Baumeistern Simon und Thomas Hilleborch", begründet er. "Das ist kurz, einprägsam, etwas zärtlich verspielt, klingt nach Harzer Platt und Tradition (Hillebille) und Märchen (Frau Holle). Es passt wie Aschenbrödels Schuh."

Doris Grusa schlägt "Wernilinde" vor. "Im Stadtbild von Wernigerode finden sich viele Linden, ebenso Straßen, die nach diesem Baum benannt sind", erläutert unsere Leserin. Der Name würde die Freundlichkeit und Behaglichkeit widerspiegeln, die man bei einem Streifzug durch die Stadt auch links und rechts der breiten Bummelmeile spüre. Kerstin Merten aus Schlanstedt falle beim Anblick der Figurine spontan "Felicitas" ein, "weil sie so eine fröhliche Ausstrahlung hat". Juliane Beese schlägt "Eulalia" vor. "Mit Bezug auf das urälteste Stadtwappen, auf dem eine Eule abgebildet ist", begründet die Wernigeröderin.

"Zu einer Lady muss unser Maskottchen erst noch werden."

Sozialdezernent Andreas Heinrich

Bernd Dörner hat zu seinem Vorschlag "Werbunte" sogar einen kleinen Reim verfasst: "Werbunte ist ein Mädchen und wirbt fürs bunte Städtchen, dies liegt am Harzer Rand und ist gar wohlbekannt..." Maler Karl Oppermann macht sich für "Lady W." stark. "Finde ich gut", sagt Andreas Heinrich. "Aber zu einer Lady muss unser Maskottchen erst noch werden."

Ratslottchen selbst wird schon am heutigen Mittwoch ihren ersten großen Auftritt haben. Bei der Internationalen Tourismus Börse in Berlin wirbt sie mit ihrem Rathaus-Hut und dem bunten schwingenden Kleid für die bunte Stadt und ihre Attraktionen. Beim Sachsen-Anhalt-Tag, der vom 18. bis 20.Juli in Wernigerode stattfindet, wird sie die Gäste begrüßen.

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