Wernigerode l Wenn alle Glocken läuten, dann beginnt der Sachsen-Anhalt-Tag. Punkt 14.45 Uhr sollen am Freitag, 18. Juli, alle Glocken der Stadt erklingen und so das Landesfest in Wernigerode einläuten. Doch das ist nicht der einzige Beitrag der Kirchen zum Sachsen-Anhalt-Tag.

Rund um die Johanniskirche wird das ökumenische Kirchendorf aufgebaut. Dort wird es Angebote für Groß und Klein geben - auf dem Plan stehen etwa Märchenaufführungen und Musik. An allen Tagen ist die Johanniskirche geöffnet, erklärt Pfarrerin Heide Liebold. Am Freitag wird ab 21 Uhr eine Taizé-Nacht der Lichter gefeiert, am Sonnabend treten dort der Rundfunk-Jugendchor sowie in der Sylvestrikirche das Philharmonische Kammerorchester auf. In der Liebfrauenkirche ist das Cello-Solo-Projekt "Prypjat-Syndrome" zu hören.

Doch um alles unterzubringen, reicht die kircheneigene Fläche nicht aus, sagt Siegfried Siegel, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates St.Sylvestri und Liebfrauen. Deshalb hat die Stadtverwaltung angeboten, den Neuen Markt zu nutzen. Dort wird die Kirchenbühne stehen, auf der am Freitag um 15 Uhr der ökumenische Eröffnungsgottesdienst gefeiert wird, wie Superintendentin Angelika Zädow und Pfarrerin Ursula Meckel berichten.

Die Kirchenbühne wird Schauplatz unterschiedlichster Darbietungen von Kindertanz über Trommeln und Theater bis Pantomime. Ein musikalischer Höhepunkt wird der Auftritt des Posaunenwerks der Landeskirche am Sonnabend um 15.15Uhr. "Wir erwarten bis zu 160 Bläser, die aus einem Gebiet vom Thüringer Wald bis Salzwedel zu uns kommen", kündigt Siegfried Siegel an.

Die wiederkehrenden Zehn-Minuten-Andachten unter dem Motto "Farbe bekennen" werden von jeweils zwei christlichen Gemeinden gestaltet. Abends gibt es moderne Musik - am Freitag mit "Triple B", die jiddische und irische Lieder spielen, sowie am Sonnabend mit "Soundelation" mit Soul, Rock und Pop. Ein Markt der Möglichkeiten gibt den Vertretern rund 35 kirchlicher Institutionen die Möglichkeit, sich den Besuchern zu präsentieren.

Dass es voll wird, davon sind die Organisatoren überzeugt. Das Kirchendorf liegt günstig am Rundweg durch die Innenstadt. "Praktisch jeder muss hier entlang", sagt Siegfried Siegel. Dezernent Andreas Heinrich von der Wernige-röder Stadtverwaltung lobt die Standortwahl: "Der Kirchhof ist sehr schön. Der Platz wird viele Familien mit Kindern und Jugendliche anziehen."

Zusätzlich wollen die Kirchenleute einen Gegenpol zur lauten Geschäftigkeit des Landesfestes schaffen. Die Georgiikapelle ist am Sonnabend von 11bis 17Uhr ein "Ort der Stille". Wer tätige Ruhe sucht, kann das Helmut-Kreutz-Haus besuchen, das sich von 11bis 18Uhr als "Haus der Sinne" für die ganze Familie präsentiert.

Wer den Festbeginn einläutet, darf auch den Schlussakkord spielen. Am Sonntag finden um 9Uhr ein ökumenischer Abschlussgottesdienst auf der Kirchenbühne sowie eine Eucharistiefeier in der Marienkirche statt. Beim Festumzug ab 11Uhr sind die Kirchen mit einer 45-köpfigen Gruppe vertreten. Dazu gehören Stiftsdamen aus Drübeck in der historischen Tracht des 18.Jahrhunderts, ebenso Gäste aus Tansania in bunten Gewändern, Pfadfinder der Freikirchen und viele mehr.