Altmarkkreis

Einwohner : 94 545 ( niedrigste Einwohnerzahl ) Fläche : 2292 km ( drittgrößter Kreis ) niedrigste Siedlungsdichte aller Kreise : 42 Einwohner je km ( Landesdurchschnitt : 119 )

Aktueller Bevölkerungsrückgang pro Jahr : 1 495
Kreisstadt : Salzwedel ( 20 777 Einwohner )
Einige weitere Städte : Gardelegen ( 11 491 Ew ) Klötze ( 5 243 Ew ) Arendsee ( 2 848 Ew ) Kalbe / Milde ( 2 781 Ew ) Zahl der Gemeinden : 119 Kleinste Gemeinde : Püggen ( 47 Ew, kleinste Gemeinde Sachsen-Anhalts )
Wirtschaft : Fricopan Back GmbH ( Immekath ), AKT Altmärker Kunststofftechnik GmbH, IFA Antriebstechnik GmbH, Eldisy GmbH ( Gardelegen ) Jackon Insulation ( Mechau ), Salzwedeler Kerzenfabrik, Salzwedeler Baumkuchen GmbH, Deba Systemtechnik GmbH, Kraiburg Relastec ( Salzwedel ), Glunz AG Werk Nettgau Kennzeichen : SAW
Höchster Punkt : Langer Berg, 159, 9 Meter / Gemeinde Zichtau Nördlichster Ort : Harpe / Gemeinde Leppin
Südlichster Ort : Roxförde
Westlichster Ort : Schmölau / Gemeinde Lagendorf
Östlichster Ort : Zehren / Gemeinde Leppin

Was den neun neuen Landkreisen noch bevorsteht, hat die westliche Altmark schon hinter sich : das Zusammenwachsen dreier Altkreise. Es war alles andere als eine Liebesheirat. Aber inzwischen sind die Westaltmärker zu einem vernünftigen Miteinander gekommen.

Bereits zum 1. Juli 1994 schlossen sich die Landkreise Salzwedel, Gardelegen und Klötze sowie die Verwaltungsgemeinschaft Arendsee zum Altmarkkreis Salzwedel zusammen. Oebisfelde aus dem Altkreis Klötze wechselte in den Ohrekreis

Während der jetzigen Kreisreform blieb der Nordwesten unverändert. Seit dem 1. Juli ist der Altmarkkreis gemessen an der Fläche der drittgrößte Landkreis Sachsen-Anhalts mit der landesweit niedrigsten Einwohnerzahl, Tendenz sinkend. Der Landkreis ist der am dünnsten besiedelte in Sachsen-Anhalt. Und genau das ist sein Problem. Fläche kostet Geld. Schulen und Straßen müssen saniert oder neu gebaut, der Öffentliche Personennahverkehr abgesichert werden. Umso mehr schmerzt, dass das Land bei der Zuweisung der Gelder die extrem dünne Besiedelung nicht mehr so stark berücksichtigt wie früher.

Angesichts eher ungünstiger Voraussetzungen ist die wirtschaftliche Entwicklung umso überraschender. Kurz nach der Währungsunion 1990 brachen von rund 5500 schlagartig mehr als 3000 Betriebe weg. Inzwischen ist ihre Zahl kontinuierlich auf rund 5200 angestiegen. Gardelegen richtete nach dem Verlust des Kreisstadtstatus den Blick nach vorn. Mit der Altmärkischen Kunststofftechnik GmbH ist hier der größte Arbeitgeber der Region ansässig. Dazu kommen weitere Unternehmen, vor allem Automobilzulieferer, aber auch Swedwood, Produzent des Billy-Bücherregals. Doch auch Salzwedel hat sich als Wirtschaftsstandort gut entwickelt. Mit über sieben Millionen Euro erwartet Salzwedel in diesem Jahr mehr Gewerbesteuereinnahmen als Gardelegen ( 2, 5 Millionen Euro ).

Die Arbeitslosigkeit liegt mit 15 Prozent leicht unter dem Landesdurchschnitt, da viele zur Arbeit ins benachbarte Niedersachsen pendeln. Volkswagen Wolfsburg liegt vor der Haustür. Vor allem die Region um Klötze profitiert davon.

Durch den Landkreis führt eine der meist befahrenen Bundesstraßen, die B 71. Enttäuscht sind viele Westaltmärker von der Verkehrsplanung. Die Altmarkautobahn A-14-Nord verläuft nicht, wie zunächst erwartet, via Salzwedel, sondern durch den Nachbarkreis Stendal. Zwar soll die Westaltmark mit der dreispurigen B 190 einen Autobahnzubringer erhalten, ob der aber die Region vom enormen Lkw-Durchgangsverkehr entlastet, wird noch bezweifelt.

Der Altmarkkreis ist geprägt von großflächiger Landwirtschaft. Doch anders als in der Ackerhochburg Börde dominiert in der Altmark das Grün saftiger Weiden. Die Dörfer sind hier klein, einige haben nicht mehr als 200 bis 300 Einwohner. Die Architektur von einst wurde meistens bewahrt. Häuser aus Fachwerk und rotem Backstein, Feldsteinkirchen oder Pfl asterstraßen wurden nach 1990 meist aufwändig saniert.

Die Altmark, eine der ältesten Kulturlandschaften Deutschlands, zieht immer mehr Touristen an. Vornehmlich auf Tagestouren erkunden sie den Landkreis. Sie besichtigen Altstädte, kaufen Baumkuchen in Salzwedel, flanieren über die Wallanlagen in Gardelegen oder schippern mit dem Raddampfer " Queen " über den Arendsee. Sachsen-Anhalts einziges Freilichtmuseum zeigt in Diesdorf das Leben der Menschen in früheren Jahrhunderten. In der Langobardenwerkstatt Zethlingen können Besucher die Zeit der Völkerwanderung nachempfinden. Zur westlichen Altmark gehören auch der Drömling im Südwesten, der Kalbesche Werder und die Mildeniederung bei Kalbe, die Altmärkische Schweiz und die Heidelandschaften, etwa in den Kellerbergen bei Gardelegen.

Auch kulturell kann der Altmarkkreis einiges vorweisen. Alljährlich bewerben sich zahlreiche Künstler verschiedenster Genres um einen Aufenthalt im Stipendiatenhaus in Salzwedel. Ensembles wie der A-cappella-Chor Music Project Altmark West sind über die Kreisgrenzen hinaus bekannt. In Salzwedel begann die Erfolgsgeschichte von Local Heroes, dem Wettbewerb für Nachwuchsbands.

2008 endet die zweite Wahlperiode von Landrat Hans-J ürgen Ostermann ( SPD ). Gleichzeitig werden in Salzwedel und Gardelegen die Bürgermeister gewählt. Bislang hat nur Gardelegens Stadtoberhaupt Konrad Fuchs seine erneute Kandidatur bekannt gegeben.