Umfrage im Internet

Die Webseite der Umfrage ist unter der Adresse: www.mm-regioscan.de freigeschaltet. Auf dieser Seite gibt es keine lange Auflistung von Daten. Diese Internetseite ist vielmehr ein umfangreiches Werkzeug zur Erstellung von individuellen Statistiken über die Lebenssituation und die Vorlieben der Menschen im mittleren und nördlichen Sachsen-Anhalt.

Zur Nutzung dieses Werkzeuges müssen sich Besucher der Webseite zunächst registrieren. Notwendig sind die Angaben des Namens, der Wohnadresse und eine Mail- adresse. Der Nutzer vergibt selbständig ein Passwort und wird dann nach Bestätigung einer Registrierungsmail freigeschaltet.

Die statistischen Angaben können dann je nach Interesse verknüpft und so in Zusammenhang gestellt werden. Derzeit geschieht das auf der Grundlage von 109000 Datensätzen, die bis zum Jahresende auf etwa 250000 Datensätze frei verfügbar anwachsen soll.

Insgesamt wurden in der Umfrage 855000 Datensätze erfasst. So sind zum Beispiel Parameter wie Alter und Einkommen sehr genau eingrenzbar. Die Verknüpfung dieser Daten wendet sich vor allem an gewerbliche Kunden und Behörden. Sie ist kostenpflichtig und geschieht auf Nachfrage. Ein Kontakt ist per Mail möglich unter: info@mm-regioscan.de

Die Studie MM-Regioscan ist eine groß angelegten Analyse der Lebensverhältnisse der Bevölkerung im mittleren und nördlichen Sachsen-Anhalt. Zwischen April und August 2013 wurden vom Hamburger Meinungsforschungsinstitut BIK repräsentativ 2576 Personen befragt. Der Auftraggeber der Studie war den Befragten unbekannt. Jeweils 180 Fragen wurden beantwortet.

Auftraggeber der Studie ist das Volksstimme-Verlagshaus "Mediengruppe Magdeburg" (MM). MM gibt neben der Tageszeitung den Generalanzeiger heraus und betreibt den Postanbieter "Biberpost".

Magdeburg l Magdeburger fahren auch nach Schönebeck zum Einkaufen? Es gibt deutlich weniger junge Frauen als junge Männer südöstlich von Magdeburg? Das waren zwei von vielen überraschenden Erkenntnissen, die bei der Veranstaltung gestern in der Otto-von-Guericke-Universität das Publikum raunen ließen. Marco Fehrecke, Geschäftsführer im Magdeburger Volksstimme-Verlagshaus, begrüßte knapp 300 geladene Gäste im großen Hörsaal 5 der Universität - überwiegend Unternehmer und Behördenvertreter aus dem Großraum Magdeburg.

Das Thema des Abends hieß: MM-Regioscan - eine Umfrage zu den Lebensverhältnissen der Menschen, die im mittleren und nördlichen Sachsen-Anhalt leben -, vorgetragen vom Projektbeauftragten des Verlages, Torsten Bühring. 2576 repräsentativ ausgewählte Einwohner ab einem Alter von 14 Jahren hatten dazu 2013 jeweils 180 Fragen beantwortet.

"Repräsentativ?", unterbrach eine laute Stimme aus dem Hörsaal den Vortrag von Bühring just in dem Moment, als es darum ging, dass die Tageszeitung das beliebteste Nachrichtenmedium der Sachsen-Anhalter sei. Lars Johansen, Kabarettist aus Magdeburg, spottete: "Das Ergebnis verwundert nicht, wenn doch der Volksstimme-Verlag die Leute befragt hat." "Falsch", beantwortete Bühring die inszenierte Provokation: "Die Befragten wussten überhaupt nicht, in wessen Auftrag sie befragt wurden. Und es waren auch keineswegs alle Zeitungsleser."

Damit gab sich Kabarettist Johansen dann auch erst einmal zufrieden. Um dann bei nächster Gelegenheit erneut zur Freude des Publikums loszuwettern. Anlass war ein Befragungsergebnis, wonach 7,2 Prozent unter den 14- bis 40-jährigen Magdeburgerinnen ihre Garten- und Heimwerkerprodukte in Schönebeck kaufen. "Kann nicht sein! Welcher Magdeburger, bitteschön, kauft ohne Not in Schönebeck ein?", fragte Johansen. Bühring antwortete: "Das könnten Frauen sein, die in Magdeburg leben, aber in Schönebeck arbeiten und auf dem Heimweg noch Blumen für den Balkon einkaufen."

Ja, die Frauen ... Die machen aus Sicht der beiden Männer überhaupt seltsame Dinge. Sie kaufen häufiger Möbel als Männer. Johansen: "So sind sie. Die Wand ist erst vor zehn Jahren frisch geweißt worden, aber nein, schon müssen die Männer wieder ran und renovieren. Und neue Möbel werden dann auch gleich gekauft."

Und Frauen kaufen online überhaupt keine Autos, sondern bevorzugt beim Händler in Wohnortnähe. "Vielleicht liegt das an den attraktiven Autoverkäufern?", vermutete Torsten Bühring und stieß damit bei Kabarettist Johansen auf Kopfschütteln: "Das ist nun wirklich ein Vorurteil, dass Autoverkäufer attraktiv sind." Für die Erkenntnis, dass Frauen im Gegensatz zu Männern lieber Neu- als Gebrauchtwagen kaufen, hatte Johansen dagegen eine Erklärung parat: "Logisch. Wenn schon der Mann zu Hause ein Gebrauchter ist, dann den Gebrauchten wenigstens im Neuwagen."

Zunehmend unterhaltsam wurde der Regioscan-Vortrag dann, als Torsten Bühring von den vorbereiteten Daten über typische Bördemenschen oder Altmärker abwich und die Internetseite der Umfrage vorstellte, die gestern für die Öffentlichkeit freigeschaltet wurde. Dort können Besucher nach kurzer Registrierung statistische Inhalte je nach Interessenlage frei verknüpfen. Ein Blick auf die Webseite von MM-Regioscan lohnt sich.

Eine Internetseite mit viel "Spiel-Potenzial"

Und das hat nun wirklich viel "Spiel-Potenzial", oder anders gesagt: hohen Unterhaltungswert. So gibt es offenbar im besagten Elbe-Fläming-Land einen deutlich messbaren Mangel an jungen Frauen. Einem Bevölkerungsanteil von 26- bis 35-jährigen Männern von 8,7 Prozent stehen nur 4,6 Prozent Frauen gleichen Alters gegenüber. Seltsame Gegend: Dort gehen die 41- bis 60-jährigen Menschen Waren des täglichen Bedarfs in der Mehrzahl (61 Prozent) am Donnerstag einkaufen, in der Börde dagegen am Freitag (71,7 Prozent). 15 Prozent der Magdeburger gaben an, eigentlich vorher nicht wirklich zu wissen, was sie gleich im Supermarkt einkaufen.

Nach dem Vortrag war im Hörsaal-Foyer noch Zeit für Gespräche. Matthias Ulrich, Marketingchef vom Zweckverband Bundesgartenschau 2015, die unter anderem auch in Havelberg stattfindet, zeigte sich angetan von den Regioscan-Möglichkeiten: "Uns interessieren vor allem die Freizeitaktivitäten der Altmärker als potenzielle Besucher der Buga. Da werden wir bestimmt Daten ziehen", sagte er. Ulrich war von einem Umfrageergebnis besonders angetan: "Die Gartenarbeit steht in der Freizeit in viele Regionen hoch im Kurs. Das ist eine gute Nachricht für die Veranstalter einer Bundesgartenschau."

 

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