Zerbst/Schönebeck/Staßfurt l Nur jeder Zehnte in der Region Elbe-Fläming besucht einmal pro Monat das Theater, jeder Vierte geht hingegen monatlich einmal aus - ob Restaurant, Kneipe oder Kino. Das ist nicht ganz so oft wie in der Großstadt. Denn rund ein Viertel der vom Verlagshaus Volksstimme befragten Magdeburger geht mehrmals im Monat ins Theater oder Konzert. Fakt ist, die Auswahl in der Landeshauptstadt ist groß.

Doch für die kulturellen Veranstaltungen ist auch im ländlicheren Bereich gesorgt. Staßfurt hat sogar ein eigenes Theater und für die Zerbster liegt das Anhaltische Theater Dessau fast vor der Tür. "Dafür, dass die Zerbster sehr kulturbegeistert sind, habe ich handfeste Beweise", sagt der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann. Gerade seien die Kulturfesttage der Stadt beendet - mehr als 4000 Besucher waren dabei. Auch Magdeburg, Halle und Leipzig würden die Zerbster für Kultur-Ausflüge nutzen. Und vor allem Dessau: "Bin ich dort auf einer Veranstaltung, sehe ich immer viele Zerbster Gesichter."

Für Jutta Junge von der Burger Stadtverwaltung könnten es auch immer mal ein paar mehr Gesichter sein. "Über 200 Veranstaltungen hatten wir im vergangenen Jahr in unserer Stadthalle." Wenn es um Volksmusik geht, seien die auch immer gut besucht. Bei vielen anderen Veranstaltungen könnten es ruhig mehr Besucher sein.

An Kultur fehlt es auch in Schönebeck nicht. "Regelmäßig gibt es Veranstaltungen im Dr.-Tolberg-Saal und wir haben die Mitteldeutsche Kammerphilarmonie Schönebeck", zählt Constanze Pohlan vom Schönebecker Sachgebiet für Sport und Kultur auf. Der Burger Stadtsprecher Bernhard Ruth gibt eine Einschätzung ab: "Wir in der Verwaltung haben das Gefühl, Kultur hat auch immer etwas mit Kaufkraft zu tun, und wie viel Kultur kann man sich leisten."

Was sich die Bewohner in der Region Elbe-Fläming leisten, ist in jedem zweiten Fall ein Haustier. Fast 55 Prozent der Befragten gaben an, sich in ihrer Freizeit mit dem Haustier zu beschäftigen. In Magdeburg hält sich nur jeder Dritte einen Hund oder Katze. Laut aktueller Regionalstudie eindeutig ein Phänomen auf dem Land: Ob Harz, Börde oder Altmark, jeder Zweite widmet seine Freizeit gern dem Haustier. Auch die Gartenarbeit liegt mit 57 Prozent in Elbe-Fläming weit vorn.

Was man hier genauso gern macht wie in der Großstadt, ist Sporttreiben. 41 Prozent der Befragten widmen sich mehrmals in der Woche ihrer Fitness. "Es gibt in der Region viele Vereine, in denen sich junge und auch ältere Mitglieder engagieren", sagt Pohlan aus der Schönebecker Stadtverwaltung. An was es ein wenig für die Jugend fehlt, das seien Bars oder Diskotheken für den Sonnabendabend. Ein möglicher Grund, warum jeder Vierte in Elbe-Fläming zu seinen Freizeitbeschäftigungen das Heimwerken zählt.