Burg/Zerbst l Es gibt nur Wenige, die sich in der Region Elbe-Fläming nicht um ihre persönliche Altersvorsorge kümmern müssen. Aber es gibt sie. Mehr als acht Prozent der Befragten der Regional-Analyse besitzen genügend Vermögen oder erwarten eines. Nur jeder Zweite hat bereits seine finanzielle Altersvorsorge geregelt. Für die andere Hälfte ist die Absicherung kein Thema.

Diese Tendenz kann Kreishandwerksmeister Konrad Zahn für seine Branche bestätigen. "Vielen Handwerkern ist gar nicht bewusst, wie wichtig die Vorsorge ist." Sie hätten die Hoffnung sich durch die Übergabe ihres Betriebes im Rentenalter abzusichern. Aber der Plan gehe eben nicht immer auf. "Mit Beginn der Selbstständigkeit muss auch in die Altersvorsorge investiert werden", erklärt Zahn. Doch genau die werde bei der Kalkulation oft nicht bedacht.

Der Handwerksmeister zeigt den Weg einer sicheren Vorsorge im Rahmen der gesetzlichen Rentenkasse oder die private Altersvorsorge, zum Beispiel in Form einer Lebensversicherung, auf. "Für eine der beiden Dinge sollten sich die Selbstständigen jedoch entsprechend der finanziellen Möglichkeiten entscheiden."

In puncto finanzieller Möglichkeiten sieht es für die vom Verlagshaus befragten Rentner in Elbe-Fläming nicht besonders gut aus. Jeder Vierte hat ein Nettoeinkommen von weniger als 750 Euro. 60 Prozent der Rentner bekommen am Monatsende zwischen 750 und 1500 Euro ausgezahlt. Das entspricht in etwa dem Durchschnitt in Sachsen-Anhalt.

Nur in der Landeshauptstadt liegt das Nettoeinkommen der Rentner ein wenig höher. Dort erhält jeder Zweite mehr als 1000 Euro pro Monat. Damit Arbeitnehmer im Alter abgesichert sind, setzt sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) für eine betriebliche Altersvorsorge ein. "Das gibt es hier in der Region kaum noch", erklärt DGB-Landeschef Udo Gebhardt. Die gesetzliche Rentenversicherung solle gestärkt und die Beiträge leicht angehoben werden. "Wir brauchen eine starke Rücklage." Die privaten Alternativen seien "am Boden".