Magdeburg (ddp). Über die Herkunft der Ende 2009 bei archäologischen Grabungen im Magdeburger Dom gefundenen Gebeine soll bis zum Sommer Klarheit bestehen. Bei ihnen handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um die sterblichen Überreste der Königin Editha (910-946).

Alle Anzeichen sprächen zum gegenwärtigen Zeitpunkt dafür, sagte Sachsen-Anhalts Landesarchäologe Harald Meller. Spätestens im August wolle man die Öffentlichkeit über die Ergebnisse der aufwendigen Untersuchungen informieren. Über 50 Wissenschaftler in Deutschland und Großbritannien seien daran beteiligt.

Die bislang vorliegenden Daten nannte Meller "vielversprechend". Viele Merkmale wiesen auf die Gebeine der ersten Frau Kaiser Ottos des Großen (912-973) hin. Die Knochen stammten eindeutig von einer Frau, die wie Editha nur etwa 36 Jahre alt wurde. Andere Merkmale bestätigten die adlige Herkunft. Jetzt würde noch akribisch nach genetischem Vergleichsmaterial gesucht. Außerdem könne man anhand der Zähne Ernährungsgewohnheiten nachweisen.

Editha war die erste Frau von König Otto I. des Großen. Dieser war ab 936 deutscher König und ab 962 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. 929 überreichte Otto seiner Gemahlin Editha Magdeburg als Morgengabe. Editha starb 946 und wurde zunächst im Mauritiuskloster in Magdeburg beigesetzt, über dessen Grundmauern der heutige Dom errichtet wurde.