Alles zum Streit um Editha unter www.volksstimme.de/editha

Wie lange muss Magdeburg eigentlich noch an Halle zahlen, wegen der verlorenen Wahl Halles zur Landeshauptstadt? Es ist eine Ungeheuerlichkeit der halle-freundlichen Landesregierung und deren Helfer einer Stadt gegenüber, die im Zweiten Weltkrieg zu über 80 Prozent zerstört wurde.

Im Gegensatz zu Halle, die von der Zerstörung und Plünderung verschont geblieben ist und somit keine Verluste an Kulturgütern hatte. Wir müssen unsere wenigen erhaltenen Kulturgüter an Halle abgeben. Beispielsweise gelangten erst vor wenigen Tagen jahrhundertealte, evangelische Gesangsbüher, zuvor die vermeintlichen Überreste samt Sarg von Königin Editha, in einer Nacht- und Nebelaktion von Magdeburg nach Halle.

Da bekommt Halle eben mal sechs Millionen Euro für den Umbau des Fußballstadions. Magdeburg hingegen nicht einen Cent für ihr neues Stadion. Da werden mal einfach rund 2000 Pädagogik-Studenten von der Uni Magdeburg zur Uni Halle verlegt. Wenn Herr Olbertz wieder an der Uni Halle lehrt, hat er rund 2000 Studenten mehr in seinem Ressort.

Halle hat wesentlich mehr Schulden als Magdeburg. Das wird von unserer Landesregierung offensichtlich belohnt. Wie reagieren unsere Stadtväter auf diese Fakten? Wann wird endlich mit Herrn Olbertz Klartext gesprochen?

Hans-Georg Braune, Magdeburg


Früher, im Mittelalter, wurden Grabräuber mit Schimpf und Schande aus der Stadt gejagt. Leider ist dies nun nicht mehr möglich. Aber wir hatten ja gerade die Wahl zum Magdeburger des Jahres. Dann wählen wir doch die Herren Olbertz und Meller zu den Nicht-Magdeburgern des Jahres. Oder vielleicht noch besser, zu den Hallensern des Jahres?

39110 Ingo Jacobs, Magdeburg


Vieles hat sich in unserer Stadt verändert. Denken wir an die Bastion Cleve, die neue Brücke an der Elbe, die Ausgrabungen am Sudenburger Tor. Und immer sind die Magdeburger vor Ort mit viel Neugier auf die Geschichte, mit Dankbarkeit für die Veränderungen in unserer Stadt. Da wird mit Begeisterung über Baustellen gelaufen, sich durch Festungsgänge gedrängelt und wir freuen uns über wissbegierige Gäste. Immer wieder schaut man in den Dom und manchmal war das Knistern des Gespanntseins zu hören, auf das, was die Archäologen im Dom finden werden.

Welche Anmaßung eines Landesministers und des Landesarchäologen, den Menschen, die tief mit ihrem Dom verbunden sind, das Recht zu nehmen, die Überreste "ihrer" Kљnigin als Erste zu bewundern. Welche Ignoranz gegenüber den Menschen dieser Stadt!

Ursula Hartmann, im Namen der Stadtfџhrer des Verbandes Magdeburger Stadtfџhrer e.V.,
39108 Magdeburg


Was soll das? Wird es vielleicht so kommen, dass der Sargdeckel in den Magdeburger Dom gebracht wird, jedoch der Sarg mit den sterblichen Überresten Edithas, mit einer Glasplatte abgedeckt, im Museum für Frühgeschichte in Halle als geschichtliche Attraktion zur Schau gestellt wird und dort verbleibt? Magdeburg wäre gut beraten nicht gutgläubig zu sein. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass die Landeshauptstadt nicht nur ein Imageproblem hat, sie hat auch keine Lobby. Seitens der Landesregierung und auch der Medien wird die Stadt Halle stark in den Vordergrund gestellt. Das ist ein großes Dauerproblem Magdeburgs!

H. Richter, 39120 Magdeburg


Mir liegt nichts daran, zwischen Magdeburg und Halle Gräben auszuheben und Wälle aufzuschџtten, aber es gibt Leute, die tun es. Da könnte man annehmen, es wäre besser, der Sarg und vermutlich die Gebeine von Editha wären in der Ruhestätte im Magdeburger Dom verblieben. Wenn so ein Fund und Abtransport heimlich passiert, ohne jemanden in Magdeburg zu informieren, zum Beispiel den Magdeburger Oberbџrgermeister, dann muss man etwas verbergen wollen. Heimlichkeiten bringen in diesem Fall nur Zerwürfnisse. Ich bin gespannt, ob der Sarg und eventuell Edithas Gebeine nach Magdeburg in ihre Heimatstadt zurџckkommen, um dort präsentiert zu werden, Wenn man für die Geschichte etwas tun möchte, geht es nur an den authentischen Orten. Eine erste Präsentation in einem Hallenser Museum wäre natџrlich mit entsprechenden Einnahmen verbunden, aber Sarg und Gebeine gehören zurück in den Magdeburger Dom.

Klaus Hoppe, 39387 Oschersleben


Unter den merkwürdigen Informationen über den Fund der vermutlichen Gebeine Edithas verwunderte mich am meisten, dass der Bleisarg einfach geöffnet wurde. Ich erinnerte mich sofort an den Bericht der Frau v. Henniges, die bei der Öffnung des etwa 150 Jahre jüngeren Sarges des Deutschordenskomturs v. Priort in Lucklum anwesend war und erlebte, wie nach dem Zutritt von Luft die Kleidung des alten Ritters so schnell zerfiel, dass nicht einmal ein Foto aufgenommen werden konnte. Es scheint, dass das Leichentuch der Königin widerstandsfahiger ist - aber woher haben die Experten das schon vorher gewusst?

Ernst Herbst, z.Zt. Mauritius


Jede Grabschändung wird bestraft, und diese Räuber gehen straffrei aus. Herr Quast hätte sein Schweigen brechen müssen, und herausschreien sollen, was geschieht. Meine Mutter ist am 16. Januar 1945 ums Leben gekommen und ich habe auch nicht die Absicht, sie auszubuddeln. Es wäre ja Grabschändung. Der Sarg soll nicht in Halle gelassen werden. Auch in Magdeburg können Untersuchungen gemacht werden.

Siegfried Thormeyer, 39120 Magdeburg