Alles zum Streit um Editha unter www.volksstimme.de/editha

Der Fund hat bei uns eine große Freude ausgelöst, denn Magdeburg hat durch Otto I. trotz vieler Zerstörungen große Bedeutung erlangt.

Der Umgang mit dem vor ein paar Wochen gefundenen Grab hat aber bei uns, in Nachbarschaft und Sportvereinen einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Regina Doll, 39179 Barleben, OT Meitzendorf


Die Vorgehensweise bezüglich der Informations- bzw. Schweigepolitik zu dem wahrscheinlich sensationellsten Ausgrabungsfund im Magdeburger Dom Mitte November 2008 hat mich als alte Magdeburgerin nicht nur entsetzt, sondern sofort sowohl an mittelalterliche Methoden (Nacht- und Nebelaktion beim Abtransport der Gebeine des Heiligen Norbert aus dem Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg nach Prag) als auch an Methoden zu DDR-Zeiten (nächtliche Entfernung der Särge Magdeburger Bџrgergeschlechter aus der zur Sprengung vorgesehenen Ulrichskirche, damals unter Stasibewachung) erinnert.

Ich empfinde diese Vorgehensweise als eine offenkundige Nichtachtung der Landeshauptstadt Magdeburg, ihrer Bürger und deren Geschichte sowohl durch das Landesamt fџr Denkmalpflege und Archäologie als auch durch die "Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt".

Hiltrud Bleier, 39126 Magdeburg


Bei den heutigen Kommunikationsmöglichkeiten soll es binnen kürzester Zeit nicht mљglich gewesen sein, mit dem vom Hallenser Museumschef Meller größtmöglich erwünschten Pressewirbel im ehrwürdigen Rahmen des Domes am Grab von Editha in Magdeburg eine national beachtete Pressepräsentation abzuhalten?

Mit welchen Zwangsandrohungen konnte denn nun wirklich die Domgemeinde durch das Kultusministerium so geängstigt werden, dass sie als Hüterin der ihr anvertrauten Gebeine Edithas der Eröffnung und Entwendung derselben tatenlos und schweigsam zusah?

Sollen wir wirklich glauben, dass unser Kultusminister џber vier Monate nicht gemerkt haben will, dass die Stadt Magdeburg џber diesen sensationellen Befund nicht in Kenntnis gesetzt worden war?

Können die Beteiligten uns irgendeinen Grund nennen, warum man sich 300 Meter entfernt von dem Büro des für das Mittelalter und fџr das Leben Ottos I. international ausgewiesenen Museumschefs Prof. Puhle mit der Gattin Ottos I. in unkollegialster Weise heimlich davon stiehlt?

Mџssen wir in Magdeburg jetzt nicht erst recht Angst haben, dass uns wie in Wittenberg die Entdeckungen aus Luthers Leben oder wie in Nebra die Himmelsscheibe nun das Grab von Editha weggenommen und in Halle ausgestellt werden wird? Muss man nicht befürchten, dass in Zukunft noch mehr als die schätzungsweise bisherigen fast zehn Millionen Euro pro Jahr in die Museumslandschaft nach Halle fließen und weiterhin nur 0 Euro nach Magdeburg (abgesehen von punktuellen Subventionen für bestimmte Ausstellungen)?

Nach diesen Vorkommnissen halte ich nichts mehr fџr undenkbar.

Prof. Dr. Marcell Heim, Institut fџr Tranfusionsmedizin, Uniklinikum Magdeburg


Die Rückkehr des Sarges mit Inhalt nach Magdeburg sollte schnellstens passieren. Editha gehört in den Hohen Chor unseres Domes, möglichst an die Seite ihres Ehegatten, und nicht in die Räume des Landesamtes in Halle. Für die lange Geheimhaltung, selbst aus wissenschaftlichen Grџnden, kann ich kein Verständnis aufbringen.

Karin Alms, 39104 Magdeburg