Alles zum Streit um Editha unter www.volksstimme.de/editha

Bei der Debatte, ob nun der Edithasarg in Halle oder in Magdeburg präsentiert wird, geht es in der Sache nicht um eine Frage der Befindlichkeiten zwischen den beiden großen Städten in Sachsen- Anhalt. Man muss sich allen Ernstes fragen, wie jemand, der sich als Archäologe ja durchaus von seinem Berufsansatz her auch mit der Geschichte und deren würdevollen Umgang auskennen sollte, auf die Idee kommt, den Sarg der Editha aus ihrer Grablege zu entfernen, um sie in Halle zu präsentieren.

Scheinbar ist Publicity alles. Das ist nicht nur armselig und instinktlos, sondern auch absolut geschichtslos. Dass es auch gegenüber den Toten würdelos ist, muss man nicht mehr extra betonen.
Das versteht sich von selbst.

In all der ganzen Aufregung um das Wie der Präsentation darf man dann einen Aspekt allerdings nicht vergessen: Ein Land wie Sachsen-Anhalt, das im Magdeburger Dom nicht nur das Wahrzeichen der Landeshauptstadt hat, sondern auch ein Bauwerk von europageschichtlicher Relevanz, zeigt in seinem Umgang mit der eigenen Geschichte wenig Gespür für einen respektvollen Umgang mit Traditionen. Da muss man die Frage stellen, wie wir uns in allen Auseinandersetzungen um eine menschenwürdige Kultur des Miteinander positionieren, wenn wir so mit der Vergangenheit umgehen.
Es ist eine allseits bekannte, aber leider viel zu wenig beachtete Wahrheit, dass Menschen und Gesellschaften am Umgang mit ihren Toten viel davon kundtun, wie sie mit dem Leben und den Lebenden umgehen.

Juliane Kleemann, 39576 Stendal


Es ist nicht zu glauben, wie unsensibel mit Ausgrabungsfunden von Seiten der Behörden umgegangen wird. In Halle spricht man von vorsichtigem Umgang mit dem Sarginhalt.Dann aber muss man lesen, dass diese auseinandergenommen werden und zur Untersuchung in alle Himmelsrichtungen verschickt werden sollen. Wir haben in Sachsen- Anhalt auch Institute, die so einiges bewerkstelligen können.
Zum anderen bin ich erschrocken, wie es heute noch möglich ist, Leute mit "DDR-Methoden" mundtot zu machen.Ich war eigentlich der Meinung, diese Zeiten sind lange Geschichte. Schade für Magdeburg, da der Dom um eine große Gabe der Geschichte gebracht wurde.

M. Flörke, 38871 Ilsenburg


Das Königspaar hat sich überwiegend in Magdeburg aufgehalten, die Königin Editha ist in Magdeburg beigesetzt worden und gehört für immer an die Seite von Kaiser Otto I. Treiben die Aktionen von Halle nun auch den Leiter des Kulturhistorischen Museums aus unserer Stadt? Wie soll das noch weitergehen?

Edelgard Andres, 39114 Magdeburg


Als gebürtiger Magdeburger habe ich nur eine Frage: Mit welchem Recht werden die Gebeine von Editha in Halle ausgestellt? Unser Museum ist mehr als gut auf die Geschichte von Magdeburg ausgelegt und davon mal abgesehen, ist Editha ja wohl in Magdeburg bestattet worden, hat hier gelebt und gehört auch sonst zu unserer Stadt.
Ich finde es eine Frechheit, sowohl des archäologischen Landesamtes als auch des Grabungsleiters, die Gebeine so einfach an Halle auszuliefern. Die Untersuchung ist eine Sache, aber das Recht auf Ausstellung hat Halle sicher nicht.

Christian Höpfner, Bonn


Mit großer Freude habe ich den Bericht über den Fund des Sarges von Editha im Magdeburger Dom gelesen. Nun haben sich jahrelange Bemühungen gelohnt und sind von Erfolg gekrönt. Warum sollen die Überreste dieser so großen Frau unserer Geschichte in Halle ausgestellt werden? Editha gehört in den Magdeburger Dom, dort, wo sie zur ewigen Ruhe beigesetzt worden war. Die Verantwortlichen unserer Kirche sollten dafür sorgen, dass Editha in Magdeburg bleibt, denn da gehört sie hin, und nicht nach Halle.

Ulrich M. Katzorke, 38835 Osterwieck


Die Überführung der sterblichen Überreste der Königin Editha nach Halle sehe ich im Zusammenhang mit der "Konkurrenz" um die Mittelalterdarstellung zwischen den beiden Städten.
Die für diese Handlung gegebenen Begründungen sind weiter nichts als Ausreden.

Manfred Höfer, 39106 Magdeburg


Als Magdeburgerin bin ich froh, dass historische Schätze gefunden wurden. Es ist wohltuend, wenn man lange Zeit Verborgenes zu sehen bekommt. Unverständnis tritt bei mir auf, wenn ich etwas nicht sehen kann, was eine Heimstatt in meiner Heimatstadt Magdeburg hat. Ich hoffe, dass zur 800-Jahr-Feier des Magdeburger Doms eine Klärung im Sinne vieler Bürger erfolgt.

Eveline Garburg, 39110 Magdeburg