Magdeburg. Die mutmaßlichen Gebeine der Königin Editha ( 910-946 ) sollen noch in diesem Jahr im Dom wiederbestattet werden, hat Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz ( parteilos ) angekündigt. Über die Form der Bestattung und den Umfang der Grabbeigabe herrscht aber Uneinigkeit mit der Domgemeinde. Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung des Fundes werden bereits 2009 in eine Ausstellung einf ießen.

Im Kultusministerium wurden gestern die Pläne für das weitere Vorgehen mit dem Editha-Fund vorgestellt. Nach Angaben von Landesarchäologe Harald Meller wurden die Tücher im Sarg inzwischen teilweise geöffnet. " Neben Stoffen und Knochen wurden auch sehr viele Mörtel- und Putzsegmente gefunden. Vermutlich wurden die sterblichen Überreste bei mehreren Umbettungen zusammengekehrt ", vermutet Meller. Es spreche aber bislang nichts dagegen, dass sich tatsächlich die Gebeine der Königin in dem Sarg bef nden.

Über die grundsätzliche Rückkehr des Fundes aus dem Hallenser Landesamt nach Magdeburg herrscht unter allen Beteiligten Einigkeit. Meller kündigte an, dass der gesamte Bleisarg mit Deckel im Sommer in Magdeburg gezeigt werden wird. Der Deckel des Sarges ist wegen einer lateinischen Inschrift, die auf Editha verweist, von besonderem Schauwert. Bis zum Sommer will das Landesamt auch wichtige wissenschaftliche Zwischenergebnisse zum Beispiel über das Knochenalter für eine Ausstellung in Magdeburg aufarbeiten.

Für Diskussion sorgt die Art der zukünftigen Präsentation des Fundes. Dies trat gestern im Kultusministerium bei der Vorstellung der Pläne offen zutage. Olbertz will Knochen und Sarg trennen : " Die Knochen werden wieder im Dom beigesetzt. Das steht außer Frage. Für alles Übrige trägt das Land eine restauratorische und kulturelle Verpfichtung. " Olbertz würde Sarg und Textilien gern im Dom zeigen. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper ( SPD ) widersprach : " Für mich wäre das Magdeburger Museum der richtige Ort. " Er plädierte dafür, sich anderswo in Europa Anregungen zu holen.

Domprediger Giselher Quast tritt dafür ein, den gesamten Fund 2009 im Rahmen eines Gottesdienstes wiederzubestatten. " Der Sarg zerfällt wie jeder Sarg. Das ist normal. Sarg und Inhalt gehören zusammen zurück in das Grab im Dom ", so Quast. Der Prediger plädierte für eine feierliche Beisetzung der Königin in diesem Jahr spätestens zwischen Weihnachten und Neujahr.

Für eine ökumenische Feier sei er nicht, sagte Quast. " Das sollte im Rahmen eines evangelischen Gottesdienstes passieren, ganz im protestantischen Sinn offen für alle Menschen ohne große Lithurgie. " Dem widersprach Olbertz : " Ich persönlich fände einen ökumenischen Gottesdienst beider christlichen Kirchen angemessener. " Wie genau verfahren wird, sollen Gespräche in den nächsten Wochen klären.