Alles zum Streit um Editha unter www.volksstimme.de/editha

Magdeburg (bk/sj/js). Die Umstände des Fundes des Sarges von Königin Editha (910-946) werden immer fragwürdiger. In zwei E-Mails an die Volksstimme heißt es, in Fachkreisen sei längst bekannt gewesen, dass sich der Sarkophag mit den sterblichen Überresten Edithas im Chorumgang des Magdeburger Doms befindet. Dies sei auch in Unterlagen, die sich in Halle befänden, belegt.

Weiter heißt es dort, der Sarg sei in den letzten 64 Jahren bereits zweimal geöffnet worden: 1945 von amerikanischen Besatzungstruppen und 1972 oder 1974 zu DDR-Zeiten. Diese Möglichkeit schließt auch Christian-Heinrich Wunderlich, Chemiker und Restaurator im Archäologischen Landesamt Halle, nicht aus.

Die MDR-Sendung "Sachsen-Anhalt heute" brachte am Mittwochabend eine Sendung, in der Bilder von der Sargöffnung Mitte November 2008 gezeigt wurden. Wie die Volksstimme erfuhr, stammten die Aufnahmen nicht vom MDR selbst, sondern von einem Kamerateam der Universität Halle-Wittenberg, das Landesarchäologe Harald Meller eigens angeheuert hatte. Im Gegensatz dazu waren weder Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper noch Museumsleiter Matthias Puhle oder Landesbischof Axel Noack eingeweiht worden. Der Hausherr, Domprediger Giselher Quast, war bei der ersten Öffnung selbst zugegen, hatte sich aber zu "striktem Stillschweigen" verpflichten lassen.

Am Ende des MDR-Beitrags hieß es, die Gebeine sollten mit der Bahn nach Mainz zur DNA-Analyse gebracht werden. Zuvor hatte das Landesamt für Archäologie betont, es sei unverantwortlich, die Gebeine "hin und her zu transportieren".