Magdeburg l Die Spitzenkandidatin der Grünen zur Europawahl für Sachsen-Anhalt kommt von auswärts, weil vom hiesigen Landesverband niemand weit vorn auf der Bundesliste vertreten ist. Deshalb soll es Ska (eigentlich Franziska Maria) Keller aus Brandenburg für die Partei richten. Die 32-jährige EU-Abgeordnete aus Guben sorgte schon im Vorfeld der Europawahl für Furore, als sie per Internet-Abstimmung ihrer Kollegin Rebecca Harms den ersten Listenplatz streitig machen wollte, was misslang. Keller kam auf Platz 3.

"Ich werde mich als Grünen-Abgeordnete in Europa dafür einsetzen, dass unsere Wirtschaft und unsere Energieversorgung nachhaltiger werden. Hierfür fordern wir Grüne mehr Investitionen für erneuerbare Energien und die Energiewende. Dies bringt auch für Sachsen-Anhalt wichtige Impulse und Arbeitsplätze", erklärt Keller. Daneben will sie für eine ökologischere Landwirtschaft und gegen industrielle Massentierhaltung in Europa kämpfen. Keller: "Außerdem werde ich mich weiterhin für die Rechte von Flüchtlingen und eine faire Handelspolitik stark machen."

Einen Dolmetscher braucht Ska Keller weniger als viele Abgeordneten-Kollegen. Sie spricht Englisch, Französisch, Spanisch sowie etwas Türkisch und ein bisschen Arabisch - im Ergebnis ihres Studiums von Islamwissenschaft, Turkologie und Judaistik.