Reesen l Das Reesener Wahllokal im Gemeindezentrum "Alte Schule" war am Sonntag das einzige im Landkreis Jerichower Land, welches repräsentativ für die Europawahl ausgesucht wurde. Die Auswahl traf das Bundesamt für Statistik. "Voraussetzung, dass man in diese Auswahl kommt, sind mindestens 400 Wahlberechtigte", erklärte Doreen Wichmann von der Stadtverwaltung. Die Vorgabe erfüllte Reesen. In der Burger Ortschaft Reesen waren gestern 460 Wahlberechtigte aufgerufen, sich an der Wahl zu beteiligen.

Die Wahlzettel waren sortiert nach Geschlecht und Altersgruppe. Und so bekamen die Reesener Wähler nicht wie in den übrigen Wahllokalen des Landkreises einfach ihren langen Wahlzettel, sondern speziell den auf ihn abgestimmten. Die Kandidaten waren auf den Zetteln natürlich identisch mit den anderen Wahlzetteln.

Mit diesen Wahlzetteln ermittelt das Bundesamt für Statistik das Wahlverhalten der verschiedenen Altersgruppen und Geschlechter der Wähler. Doreen Wichmann: "Die erste Meldung geben wir um 11 Uhr nach Burg. Zwei weitere folgen noch im Verlaufe des Wahltages." Von Burg aus wurden die Unterlagen an das Bundesamt für Statistik weitergeleitet.

Keine Verletzung des Wahlgeheimnisses

Das Verfahren ist in dem Gesetz über die allgemeine und repräsentative Wahlstatistik bei der Wahl der Abgeordneten zum Deutschen Bundestag und bei der Wahl des Europäischen Parlaments aus der Bundesrepublik Deutschland vom 21. Mai 1999, geändert durch Artikel 1a des Gesetzes vom 27. April 2013, geregelt und zugelassen.

Es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass bei der Verwendung dieser Stimmzettel eine Verletzung des Wahlgeheimnisses ausgeschlossen ist. Der Wähler selbst bemerkte den Unterschied wohl kaum. Manche wussten noch nicht einmal, dass ihr Wahllokal gestern ein repräsentatives für die Europawahl war. Es änderte aber auch nicht ihr Wahlverhalten.