Hannover - Der dicke Straßenatlas im Auto dürfte zunehmend der Vergangenheit angehören. In immer mehr Fahrzeugen gibt mittlerweile die freundliche Stimme aus einem mobilen Navigationsgerät die Richtung an. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien ( Bitkom ) sprach auf der Computermesse CeBIT von einem wahren " Siegeszug " dieser Geräte in Deutschland.

Immerhin würden nirgendwo in Westeuropa so viele der elektronischen Wegweiser verkauft wie in Deutschland, sagte Bitkom-Vizepräsident Jörg Menno Harms. Mit der mobilen Navigationstechnik fürs Auto werde in diesem Jahr endgültig der Massenmarkt erreicht. Voraussichtlich würden bundesweit 3, 2 Millionen Geräte verkauft, nach zwei Millionen im vergangenen Jahr. Für weitere Kaufanreize ist gesorgt. Immerhin würden mobile Navigationsgeräte in diesem Jahr " deutlich günstiger ", sagte Harms. Der Verband rechnet mit einem Durchschnittspreis von 310 Euro. 2006 waren es noch 351 Euro und im Jahr zuvor sogar 475 Euro. Gleichzeitig verfügten die Geräte über immer mehr Zusatzfunktionen, etwa einen MP 3-Player.

Geräte empfangen Daten zur Verkehrslage

" Auch die Intelligenz der Navigationsgeräte mache große Fortschritte ", sagte Harms. Immer mehr Modelle empfi ngen inzwischen Daten zur aktuellen Verkehrslage über so genannte TMC-Dienste. Dadurch ließen sich beispielsweise Staus umfahren. Während auf Autobahnen das Netz mit TMC-Daten relativ dicht geknüpft ist, sind auf Nebenstrecken Echtzeitinformationen zum aktuellen Verkehrsfl uss bislang schwer zu bekommen. " Dort lohnt sich beispielsweise die Installation von Straßensensoren nicht. " Mit dem vorhandenen GPS-Chip im Autonavigationsgerät ließe sich jedoch alternativ der Pkw zum Sender von Verkehrsinformationen machen. Allerdings müsse der Staat hierfür die Regeln für eine Datenerhebung aus Privatfahrzeugen verbindlich vorschreiben.

Trotz der vielseitigen Fähigkeiten verläuft das Wachstum der mobilen Navigationsgeräte nicht ungebremst. Ein Grund dafür ist die Weiterentwicklung anderer mobiler Geräte wie Handys. " So wie diese mittlerweile eine Kamerafunktion besitzen, können sie noch stärker Navigationsfunktionen übernehmen ", sagte Harms. Das kleine Handydisplay sei kein Hinderungsgrund. Schließlich ließe sich die Routenempfehlung unkompliziert auf einen im Wagen befi ndlichen Bildschirm übertragen.

Gleichwohl dürfte das Geschäft mit portablen Navigationsgeräten schon bald wieder kräftig anziehen. Nach dem Weihnachtsgeschäft gelten die Sommermonate vor Beginn der Urlaubsfahrt als die verkaufstärksten für den elektronischen Autoatlas.