Berlin (dpa) l Kein anderer Dschungelcamp-Kandidat spuckt schon vor Beginn der achten Staffel so große Töne wie Sänger Michael Wendler. Er werde keine einzige der Prüfungen absolvieren, kündigte er an. Zumal er davon ausgehe, vom Publikum sowieso nicht dafür nominiert zu werden. "Dazu bin ich viel zu beliebt in Deutschland." Zugleich sieht er in seiner Teilnahme bei "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" aber eine Chance, sein Image aufzupolieren: "Ich hab\' die Möglichkeit, den Leuten da draußen den Micha zu zeigen, den sie überhaupt nicht kennen, sondern nur diesen medial aufgebauten bösen Badboy des deutschen Schlagers."

RTL soll das 16 Tage lange Spektakel ab heute (21.15 Uhr) vor allem wieder Top-Quoten liefern: Im vergangenen Jahr verfolgte häufig fast jeder Zweite in der wichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen das Camptreiben. Doch gemessen am Marktanteil lagen die Kölner 2013 im Schnitt hinter der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz von ZDF und ARD.

"RTL setzt auf die rituelle Rezeption des Vertrauens"

Damit die Dschungelshow auch 2014 einen erfolgreichen Start ins Jahr garantiert, soll alles beim Alten bleiben. Das Camp kommentieren werden wie gewohnt spitzzüngig Sonja Zietlow (45) und Daniel Hartwich (35), die für ihre Moderation im vergangenen Jahr den Comedypreis erhielten.

"Da das Format ja bereits beliebt und bekannt ist, braucht RTL nicht unbedingt Neuerungen einzuführen, sondern kann auf die rituelle Rezeption des Vertrauten setzen", sagt Medienwissenschaftlerin Joan Kristin Bleicher von der Uni Hamburg.

Doch schon jetzt lasse sich beobachten, dass der Sender das Thema in der Vor- und Nachberichterstattung in seinen Boulevardmagazinen intensiviere. Vier Reporter fliegen extra nach Australien, um für Sendungen wie "Guten Morgen Deutschland", das Mittagsjournal "Punkt 12" oder Sonderausgaben der Montagabendsendung "Extra" zu berichten.

Neben dem angriffslustigen Wendler haben das größte Läster- und Zickenpotenzial wohl Model Larissa Marolt (21) und TV-Moderator Jochen Bendel (41). Mode-Designer Julian F. M. Stöckel (26) erklärt sich selbst zum Pfleger von Camp-Opi und Schauspieler Winfried Glatzeder (68).