Köln/Wertheim/Frankfurt (Oder) (dpa). An Rhein und Mosel denken die Menschen bereits ans Aufräumen nach dem Hochwasser, am Main in Wertheim beginnt die Belastungsprobe dagegen erst. Starke Regenfälle bis zum Wochenende bereiten deutschlandweit Sorgen.

Die historische Altstadt von Wertheim (Baden-Württemberg) ist überflutet, und das Hochwasser steigt stärker als erwartet. Die Einsatzleitung rechnet nun mit einem Höchststand von 5,70 Metern – der Wertheimer Marktplatz steht dann etwa 70 Zentimeter unter Wasser. Bisher hatte die Einsatzleitung mit einem Scheitel von 5,50 Metern in der Nacht zu heute gerechnet.

Gestern betrug der Wasserstand des Mains bereits 5,40 Meter. Viele Keller und Garagen sowie Läden und Wohnungen im Erdgeschoss waren überschwemmt. Die Einsatzkräfte errichteten rund 400 Meter Stege in der Altstadt und gaben 4500 Sandsäcke an Anwohner und Ladenbesitzer aus.

Ergiebige Niederschläge bis zum Wochenende bereiten den Helfern Kopfzerbrechen. Im ganzen Land erwartet der Deutsche Wetterdienst bis zum Sonnabend Niederschläge von 20 bis 50 Litern pro Quadratmeter, gebietsweise auch 70 bis 80 Liter.

Die Oder befreite sich gestern selbst vom zunehmenden Wasserdruck. Beim Einsatz von vier Eisbrechern bei Hohensaaten sei die restliche, etwa vier Kilometer lange Eisdecke plötzlich aufgebrochen, sagte der Präsident des Landesumweltamtes, Matthias Freude.