Köln I Pseudo-Spendensammler, Geldwechseltricks, Enkel-Masche - Trickbetrugsfälle gibt es viele. Vor allem die Gutgläubigkeit älterer Leute wird von Kriminellen gnadenlos ausgenutzt. Doch nicht alle Opfer sind so wehrlos, wie man auf den ersten Blick vermuten könnte.

Eine 63-jährige Frau aus Köln befand sich gerade im Hausflur, als plötzlich ein Mann auf sie zukam. Er fragte, ob sie Geld wechseln könne. Natürlich ein Trick, um an ihr Bares zu kommen. Anschließend versuchte der Dieb, ihr auch noch die Handtasche zu entreißen. Aber die Frau wollte nicht so einfach aufgeben. Es kam zum Gerangel - erst im Stehen, später auf dem Boden.

Doch der Betrüger sollte seine Tat noch bitter bereuen. Was er nämlich nicht ahnte: Die Frau konnte Kampfsport. So nahm sie den Verbrecher im Handumdrehen in den Schwitzkasten. Völlig perplex rang dieser nach Luft. Panisch griff er nach seinem Handy und wählte selbst den Notruf der Polizei. Leider konnte er kaum etwas verstehen. Nun gut, die Gesprächsbedingungen waren wohl auch nicht gerade optimal.

In der Zwischenzeit hatte eine Nachbarin den Kampf mitbekommen und eilte zur Hilfe. Der Mann im Schwitzkasten wollte ihr tatsächlich weismachen, dass er hier das Opfer sei. Vor Gericht kam er mit dieser Behauptung natürlich nicht durch. 13 Monate Freiheitsstrafe, lautete das Urteil.

Aber im Gefängnis kann er wenigstens beruhigt schlafen. Schließlich braucht er dort keine Angst vor kampfsporterprobten Frauen mit Handtasche zu haben.