? Wie viele Frauen schließen sich den IS-Kämpfern an?

Weibliche IS-Anhänger aus dem Westen sind bislang in der Minderzahl. In Deutschland sind nach Angaben des Islamwissenschaftlers Marwan Abou-Taam vom Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz bisher rund ein Dutzend Fälle bekannt. Aus Sicht des Berliner Islamismus-Experten Ahmad Mansour hingegen sind insgesamt 15 bis 20 Prozent der Deutschen, die sich in den "Heiligen Krieg" aufmachen, weiblich. Das wären dann Dutzende Fälle.

? Warum ziehen Frauen in den Dschihad?

Manche begleiten ihre Ehemänner nach Syrien oder in den Irak. Andere werden selbst aktiv und folgen ideologischen Aufrufen im Netz. Der Krieg wird dabei romantisiert. "Da werden nicht nur zerstörte Häuser und Blut gezeigt, sondern eine perfekte islamische Welt mit Kindergarten und so weiter", erklärt Mansour. Die Unterstützung des Dschihad wird als religiöse Pflicht betont - nicht durch den Kampf an der Front, sondern durch Verwaltungs- oder Missionierungsaufgaben oder den Einsatz bei der Sittenpolizei. "Sie sollen das Kalifat bevölkern und sich den Männern zur Verfügung stellen", erklärt Abou-Taam. Vor allem jüngere Mädchen glorifizierten die IS-Kämpfer zudem als perfekte Männer. Sie wollen schwanger werden von Helden.

? Wie werden junge Frauen zu radikalen Islamistinnen?

Dahinter steht häufig Orientierungslosigkeit und Sinnsuche. Der IS verspricht den Mädchen eine Aufgabe und einen strukturierten Alltag. Die Hinwendung zur Terrormiliz kann auch eine Rebellion gegen die eigene Familie sein. (dpa)